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| 02:41 Uhr

Levys Kampf mit dem Körper

Nach dem Schlüsselbeinbruch hat sich Maximilian Levy (r.) für das Berliner Sechstagerennen in Rekordgeschwindigkeit fit gemacht und konnte den Champions Sprint für sich entscheiden.
Nach dem Schlüsselbeinbruch hat sich Maximilian Levy (r.) für das Berliner Sechstagerennen in Rekordgeschwindigkeit fit gemacht und konnte den Champions Sprint für sich entscheiden. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. "Ich gehe mit viel Euphorie in die nächsten Rennen." Das hatte der Cottbuser Radsportler Maximilian Levy nach seinem Erfolg beim Berliner Sechstagerennen vor wenigen Tagen erklärt. Sven Hering

Nach seinem Schlüsselbeinbruch saß er in rekordverdächtiger Zeit wieder auf dem Rad und sprintete der Konkurrenz davon. Im Februar wollte er sich beim Weltcup in Cali und in Los Angeles mit guten Resultaten den WM-Startplatz sichern. Es sollten die zwölften Welttitelkämpfe am Stück werden.

Euphorisch wirkt Levy in diesen Tagen nicht mehr. Sein Körper hat rebelliert. Gegen die Fremdkörper in der Schulter. Sieben Schrauben und eine Titanplatte waren ihm nach dem Schlüsselbeinbruch, den er sich beim Training am 7. Januar auf der Radrennbahn in Frankfurt (Oder) zugezogen hatte, eingesetzt worden. Doch diese mussten wegen einer Materialunverträglichkeit jetzt wieder raus. In dieser Woche hat sich der Cottbuser erneut unters Messer begeben. Eine neue Platte wurde eingesetzt, erzählt Levy. "Mit einer anderen Legierung."

Doch damit ist es nicht getan. Denn die Wunde hat sich entzündet. "Damit müssen wir jetzt umgehen, das bedeutet eine drastische antibiotische Therapie", sagt der Radsprinter. Alle acht Stunden bekommt Levy Antibiotika intravenös verabreicht. Um sechs Uhr beginnt für ihn die Behandlung im Krankenhaus, um 14 und 22 Uhr gibt es dann die nächsten Medikamenten-Einheiten.

An Sport ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Für Levy gibt es derzeit klar andere Prioritäten. Er muss erst einmal wieder gesund werden. Wann er wieder die ersten Runden auf dem Rad drehen kann? Das weiß derzeit niemand. "Sämtliche Prognosen wären jetzt verfrüht", erklärt der Cottbuser. Für Levy ist das keine neue Situation. Dreimal hat er sich in seiner Karriere bereits das Schlüsselbein gebrochen. "Ich habe mich schon ziemlich oft zurückgekämpft", sagt er.

Und trotzdem gerät der 29-Jährige in diesen Tagen im Berliner Krankenhaus ins Grübeln. Auch über seine sportliche Perspektive. Levy: "Sicherlich steht irgendwann die Frage im Raum, wie viel kann ein Mensch ertragen?"