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| 16:58 Uhr

Radsport
(Ausdauer)Sprinter Levy testet gegen den Weltmeister

Lokalmatador Maximilian Levy absolviert derzeit sowohl Sprint- als auch Ausdauertraining.
Lokalmatador Maximilian Levy absolviert derzeit sowohl Sprint- als auch Ausdauertraining. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die deutsche Elite trifft beim Sprintcup in Cottbus auf starke Konkurrenz. Maximilian Levy muss dabei im Duell mit dem Weltmeister eine zusätzliche Aufgabe bewältigen. Von Frank Noack

Nicht einmal Maximilian Levy weiß, was Maximilian Levy derzeit drauf hat. Beim Sprintcup an diesem Wochenende auf der Radrennbahn in Cottbus geht Levy erstmals nach Bekanntwerden seiner Ausdauer-Ambitionen mit dem Brandenburg-Vierer wieder in einem Kurzzeit-Wettbewerb an den Start – quasi als Ausdauersprinter.

Im Training hat der 30-jährige Cottbuser in den vergangenen Monaten den komplizierten Spagat zwischen Sprint und Ausdauer vollführt. „Es ist komplett neu für mich, aus einer solchen Situation heraus die Sprintwettbewerbe zu fahren“, sagt Levy. „Ich bin selbst gespannt, wie die Umstellung funktioniert.“

Mögliche Siegambitionen beim Sprintcup stellt der Lokalmatador deshalb ganz weit hintenan. Zumal die Konkurrenz hochkarätig ist. Angeführt wird das Starterfeld vom amtierenden Keirin-Weltmeister Fabian Puerta Zapata aus Kolumbien, der schon seit einigen Tagen in Cottbus trainiert.

Während der Weltmeister sich ganz auf die Kurzzeit-Disziplinen konzentriert, hat Levy seine Ausdauer-Ambitionen weiter vorangetrieben. In dieser Woche war er mit dem Brandenburg-Vierer im Trainingslager in Dudenhofen, wo im Juli auch die deutschen Meisterschaften stattfinden. Unter Leitung von Trainer Heiko Salzwedel vom LKT-Team Brandenburg wurde mit den jungen LKT-Fahrern sowie den Routiniers Henning Bommel und Stefan Schäfer (beide Endspurt Cottbus) am Feinschliff für den Vierer gearbeitet. Dazukommen soll dann noch Roger Kluge, der von seinem Profiteam Mitcheltin-Scott nicht für die Tour de France berücksichtigt worden ist und deshalb die deutschen Meisterschaften fahren will.

Bei den Damen geht die Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin Kristin Vogel aus Erfurt an diesem Wochenende in Cottbus als Favoritin auf die Bahn. 200 Teilnehmer aus 19 Nationen sorgen für ein Mammutfeld beim Sprintcup. Am Samstag beginnt das Sprintturnier um 10 Uhr. Die Entscheidungen fallen ab 18 Uhr. Am Sonntag geht es schon um 9 Uhr los. Die Keirin-Sieger werden ab 17.30 Uhr ermittelt.

Für alle Beteiligten ist es eine Standortbestimmung im Hinblick auf den Grand Prix von Deutschland, der am Freitag und Samstag in einer Woche ebenfalls in Cottbus ausgetragen wird. Bei den Männern wollen sich neben Keirin-Weltmeister Puerta Zapata und -Europameister Levy auch die beiden Chemnitzer Stefan Bötticher und Joachim Eilers in guter Form präsentieren. Eric Engler und Moritz Meißner vertreten das Track Team Brandenburg, Robert Förstemann den RSC Cottbus.

Für Glanz auf der Cottbuser Bahn dürften auch die niederländischen Stars  Nils van’t Hoenderdaal, Harrie Lavreysen und Jeffrey Hoogland sorgen, die bei der Weltmeisterschaft im März in Apeldoorn die Goldmedaille im Teamsprint für die Gastgeber geholt haben. Bei den Frauen sind die Silbermedaillen-Gewinnerinnen  Kyra Lamberink und Shanne Braspennincx  (Niederlande) am Start und werden die deutsche Elite um Vogel, Miriam Welte und Pauline Grabosch fordern.

Mit Spannung wird auch das Heim-Comeback der Cottbuserin Emma Hinze (20) erwartet, die ihre Verletzungsprobleme überwunden hat. Muskuläre Dysbalancen hatten für Rücken- und Kniebeschwerden bei der Junioren-Welt- und Europameisterin gesorgt. Saisonziel ist die U23-Europameisterschaft im August in Italien. Bundestrainer Detlef Uibel sieht Hinze mittlerweile auf einem guten Weg. „Emma ist wieder erstarkt“, hatte Uibel kürzlich erklärt.

Keirin-Weltmeister Fabian Puerta Zapata trainiert bereits seit einigen Tagen in Cottbus.
Keirin-Weltmeister Fabian Puerta Zapata trainiert bereits seit einigen Tagen in Cottbus. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt