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Lettland besiegt – Kanada vor der Brust

Frederik Tiffels traf als Einziger der sechs Schützen und schoss damit Deutschland ins Viertelfinale der WM.
Frederik Tiffels traf als Einziger der sechs Schützen und schoss damit Deutschland ins Viertelfinale der WM. FOTO: dpa
Köln. Stresstest bestanden, Minimalziel WM-Viertelfinale erreicht: Deutschlands Eishockey-Party in Köln geht weiter. Nach dem nervenaufreibenden 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0) nach Penaltyschießen im Vorrunden-Endspiel um den Einzug in die K. Carsten Lappe und Kristina Puck

o.-Runde gegen Lettland spielt das Team von Bundestrainer Marco Sturm am Donnerstag gegen Titelverteidiger Kanada. Frederik Tiffels schoss Deutschland am Dienstagabend vor 18 797 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena zum nächsten Erfolg der Ära Sturm.

Zuvor hatten David Wolf und Dennis Seidenberg (32. Minute) per Doppelschlag im zweiten Drittel zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen. Felix Schütz hatte die Deutschen dann nach einem Rückstand erst 33 Sekunden vor dem Ende nach Vorlage des Ausnahmekönners Leon Draisaitl in die Verlängerung gerettet. Bereits 2016 hatte die Auswahl bei der ersten WM unter der Verantwortung von Sturm das Viertelfinale erreicht.

Träumereien von einer Wiederholung des WM-Märchens von 2010, als Deutschland beim bislang letzten Heim-Turnier bis ins Halbfinale vorgedrungen war, scheinen diesmal indes verwegen. Titelverteidiger Kanada untermauerte seine Favoritenrolle auch bei diesem Turnier am Abend durch ein 5:2 gegen Vize-Champion Finnland.

Wie vor sieben Jahren kam es auch diesmal wieder zu einer Zitterpartie. Das Spiel erinnerte verheerend an den 3:2-Sieg im vergangenen September, als die DEB-Auswahl mit sieben NHL-Profis ebenfalls gegen Lettland in Riga im Entscheidungsspiel die Olympia-Qualifikation geschafft hatte.

"Es wird wieder ein Fight wie in Riga werden. Wir dürfen uns keine leichten Fehler erlauben", hatte Sturm vorhergesagt und gefordert: "Die Jungs sollen locker sein und Spaß haben." Vor dem Match hatte der Bundestrainer im Vergleich zum 4:1 am Samstag gegen Italien dann alle Sturmreihen umgestellt. "Wir waren mit einigen Reihen nicht so zufrieden", begründete Sturm dies.

Trotz der Umstellung begann sein Team sicher und dominierte den Beginn klar. Deutschland brachte im ersten Drittel 19 Schüsse auf das lettische Tor, die Balten schlossen viermal ab. Das Problem dabei: Richtig zwingend waren die Möglichkeiten selten. Wenn es annähernd brenzlig wurde, war der gute lettische Keeper Elvis Merlikins zu Stelle.

Philipp Grubauer war auf deutscher Seite bei den wenigen Angriffen der Letten der erhofft sichere Rückhalt. Beim Gegentreffer war der 25-Jährige machtlos. Der NHL-Keeper der Washington Capitals war nach dem Playoff-Aus in Nordamerika wie Leon Draisaitl für die entscheidende Vorrundenphase eingeflogen worden. Draisaitl zeigte auch diesmal seine Klasse bei einigen gekonnten Pässen. An den Toren im Mittelabschnitt war der gebürtige Kölner aber nicht beteiligt.

Die überfällige Führung schoss Mannheims Wolf in Überzahl. Nur 27 Sekunden später krönte NHL-Verteidiger Seidenberg seine erneut starke Leistung mit dem wichtigen zweiten Treffer. Trotz der Führung musste Deutschland mächtig zittern. Lettland wurde stärker, kam im Schlussdrittel zum glücklichen Ausgleich und ging sogar in Führung. Doch Deutschland kämpfte und kämpfte - letztlich erfolgreich.