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Leipzigs Klostermann im Kindheitstraum-Modus

Lukas Klostermann (l.) gewinnt das Laufduell gegen den Ex-Cottbuser Leo Bittencourt.
Lukas Klostermann (l.) gewinnt das Laufduell gegen den Ex-Cottbuser Leo Bittencourt. FOTO: Eibner/ebn1
Cottbus. Lukas Klostermann hat bewegende Tage und Wochen hinter sich. Mit RB Leipzig machte der 21-Jährige jüngst seine ersten beiden Spiele in der Champions League und erst am zurückliegenden Sonntag beim 2:1-Sieg in Köln erzielte der Rechtsverteidiger sein erstes Bundesliga-Tor. Steven Wiesner

Es geht also gerade ein Kindheitstraum nach dem anderen in Erfüllung für den 1,89-Meter-Schlaks aus Herdecke. "Das kann man genauso unterschreiben", sagt Klostermann. "Die Champions-League-Hymne zum ersten Mal als Spieler auf dem Platz zu hören, war etwas ganz Besonderes. Das erste Bundesliga-Tor natürlich auch. Das hat man sich früher immer erträumt und dann geht es wirklich in Erfüllung. Ich hoffe, dass viele Spiele in der Champions League und auch ein paar Bundesliga-Tore hinzukommen."

An diesem Freitag kommt in Cottbus aber erstmal ein weiteres Länderspiel hinzu. 27 Mal ist Klostermann seit der U 17 bereits für den DFB aufgelaufen, unter anderem kam er bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio auf sechs Einsätze und gewann an der Seite von Nils Petersen die Silbermedaille im Maracana-Stadion.

Nun soll Klostermann, neben Timo Werner aktuell einziger deutscher Auswahlspieler im Profiteam vom Bundesliga-Vizemeister, mit der neuen U 21 von Europameister-Trainer Stefan Kuntz die Mission Titelverteidigung in Angriff nehmen. Nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr ist der verlässliche Defensivmann eindrucksvoll zurückgekommen und hat sich seinen Stammplatz in der Mannschaft von RB-Coach Ralph Hasenhüttl zurückerobert. Fünfmal stand Klostermann in den ersten sieben Ligaspielen in der Startelf, viermal spielte er über die volle Distanz.

Klostermann gilt als Typ Fußballprofi, den es nicht allzu häufig gibt. So findet er neben seinem Dasein als Champions-League-Spieler Zeit für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, "um etwas für meinen Kopf zu tun". Noch mit 13, 14 Jahren versuchte sich Klostermann parallel zum Fußball als Leichtathlet. Erst dann traf er die Entscheidung für den Mannschaftssport und wechselte in die Nachwuchsakademie des VfL Bochum. 2014 packte der Westfale dann seine Koffer, verließ den Ruhrpott und zog nach Sachsen. "Ralf Rangnick hat mir sehr imposant den möglichen Weg von RB aufgezeigt. Und wenn ich zurückblicke und sehe, wo der Klub und ich heute stehen, kann ich sagen, dass ich mit meiner Entscheidung alles richtig gemacht habe."

Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Welche Hymne hört er eigentlich lieber? Die in der Königsklasse oder die deutsche Nationalhymne? "Ich möchte mir nicht anmaßen, hier eine Wertung vorzunehmen", lacht Lukas Klostermann. "Das sind beides einfach ganz große Erlebnisse und Erfahrungen." Oder auch Kindheitsträume.