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| 16:19 Uhr

Radsport
Lehrstunde für LKT-Team bei den Cycling Days

Christian Koch hat gute Straßen-Platzierungen eingefahren.
Christian Koch hat gute Straßen-Platzierungen eingefahren. FOTO: Michael Deines / Michael Deines/PROMEDIAFOTO
Cottbus. Das junge Quartett des LKT-Team Brandenburg will bei den Cycling Days in Cottbus bis Sonntag vor allem lernen. Jedes Erfolgserlebnis zählt, denn die bisherige Saison ist von Verletzungen geprägt. Von Frank Noack

Einen Titel haben die Fahrer des LKT-Teams Brandenburg bereits am ersten Tag sicher: Sie gehören zu den jüngsten Teilnehmern der bis Sonntag dauernden International Cycling Days in Cottbus. Mit Christian Koch (21 Jahre), Richard Bannusch (19), Moritz Malcharek (20) und Philip Weber (19) bringt LKT wieder ein Youngster-Quartett an den Start.

So mancher dieser Fahrer hat in seinem bisherigen Leben weniger Geburtstage gefeiert als Andreas Müller Sechstagerennen gefahren ist. Der 38-jährige Berliner mit österreichischer Staatsbürgerschaft ist der älteste Fahrer aller 16 Zweiermannschaften in Cottbus.

Die jungen LKT-Fahrer stehen dagegen erst am Anfang ihrer Karriere. Christian Koch und Moritz Malcharek haben im Januar den U23-Wettbewerb beim Berliner Sechstagerennen gewonnen. Trotzdem geht es auch an diesem Wochenende in Cottbus in erster Linie darum zu lernen. „Für uns als U23-Team ist es eine tolle Sache, dass wir mit unseren jungen Fahrern in so einem Weltklasse-Feld dabei sein dürfen“, sagt Teammanager Steffen Blochwitz. „Wir können natürlich nicht um den Gesamtsieg mitfahren. Aber bei dem einen oder anderen Rennen wollen wir uns schon zeigen.“ Vor allem Moritz Malcharek, der mit Derny-Europameister Achim Burkart ein Team bildet, traut Blochwitz die eine oder andere Podiumsplatzierung bei der dreitägigen Veranstaltung zu.

Zumal es eine ganz besondere Saison für das LKT-Team Brandenburg ist. Denn im zwölften Jahr des Bestehens richtet man den Fokus nun auch verstärkt in Richtung Bahn. Das sogenannte Track-Team unter der Leitung von Trainer-Legende Heiko Salzwedel soll die jungen Fahrer mit Blick auf 2024 an das olympische Niveau heranführen – über Edelmetall schon 2020 würde man sich bei LKT natürlich auch nicht wehren. Zudem wird das Track-Team auch an Weltcups teilnehmen. Eines der Nahziele ist der Heim-Weltcup im Herbst in Berlin. Weitere Starts sind in London und Paris geplant.

Doch die neue Zweigleisigkeit bei LKT ist nicht ohne Sorgen gestartet. „Wir sind gerade dabei, uns einzuschaukeln“, erklärt Blochwitz mit Blick auf den Spagat zwischen Straße und Bahn.

„Wir sind gerade dabei, uns einzuschaukeln“, sagt Manager Steffen Blochwitz.
„Wir sind gerade dabei, uns einzuschaukeln“, sagt Manager Steffen Blochwitz. FOTO: Andreas Staindl

Die bisherige Saison war vor allem von Verletzungen geprägt. Sie störten spürbar die Aufbrauchstimmung nach der viel beachteten Verpflichtung von Heiko Salzwedel sowie Paul Voß, der für die Straße verantwortlich ist.

Auch die Junioren-Weltmeister Leo Appelt und Jonas Bokeloh waren vom Pech gebeutelt. „Es lief bisher sehr bescheiden“, bestätigte kürzlich Voß gegenüber dem Internetportal radsport-news.com. „Sechs von elf Fahrern hat es dieses Jahr schon hingelegt oder sie mussten aus gesundheitlichen Gründen aussetzen.“ Weil wegen der fehlenden Platzierungen auch die entsprechenden Ranglistenpunkte fehlen, muss das Team den Start bei der wiederbelebten Deutschland-Tour schon jetzt nahezu abschreiben.

Zu den Lichtblicken zählt Christian Koch, der kürzlich bei der Karpaten-Rundfahrt Platz 10 in der Gesamtwertung belegte und als Tageszweiter einen Etappensieg nur knapp verpasste. Das Saisonziel für Koch ist die Teilnahme an der Straßen-Weltmeisterschaft im Herbst. Auch Moritz Malcharek und Richard Banusch wollen sich für internationale Einsätze empfehlen.

Nach den International Cycling Days in Cottbus rückt dann die deutsche Bahnrad-Meisterschaft vom 11. bis 15. Juli in Dudenhofen ins Blickfeld, wo man zwei starke Vierer an den Start bringen will. Mit dem Titel der jüngsten Mannschaft wird sich LKT dann aber sicher nicht mehr zufrieden geben.