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"Lehrgeld" und "Mist" in Budapest

Als einzige deutsche Beckenschwimmerin im Halbfinale: Aliena Schmidtke überstand den Vorlauf über 100 Meter Schmetterling.
Als einzige deutsche Beckenschwimmerin im Halbfinale: Aliena Schmidtke überstand den Vorlauf über 100 Meter Schmetterling. FOTO: dpa
Budapest. Ihre Bestzeiten verpassen die deutschen Schwimmer beim WM-Auftakt im Becken zum Teil klar. Einen missglückten Auftakt sieht der Chefbundestrainer aber nicht. Thomas Eßer und Holger Schmidt

Von einem Fehlstart wollte Chefbundestrainer Henning Lambertz trotz der durchwachsenen Ergebnisse nicht sprechen. "Wir hatten vier Athleten am Start, von der eine sehr gut war und drei Lehrgeld gezahlt haben. Von daher ist alles okay", sagte Lambertz nach dem Auftakt der Beckenschwimmer am Sonntag. "Unser allgemeines Problem ist: Das Grundniveau ist noch nicht hoch genug. Daran müssen wir arbeiten. Das kommt nicht durch Fingerschnippen."

Die nächste Runde erreichte nur Aliena Schmidtke über 100 Meter Schmetterling. Im Halbfinale war dann aber auch für sie Schluss. Sie schlug nach 57,87 Sekunden an und verbesserte ihre eigene Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen Mitte Juni in Berlin um 15 Hundertstelsekunden. Nach dem Semifinale sagte die 24 Jahre alte Magdeburgerin: "Mein Ziel war Halbfinale und unter 58 Sekunden, und das ist erreicht. Das Finale kommt dann hoffentlich beim nächsten Mal."

Poul Zellmann, Damian Wierling und Christian vom Lehn schieden bereits in ihren Vorläufen aus. Ihre Bestzeiten verpassten sie zum Teil deutlich. "Ich bin zu langsam angegangen, habe mich einlullen lassen", sagte Zellmann nach seinem 20. Platz in 3:50,88 Minuten auf der 400-Meter-Freistil-Strecke. Er war mehr als drei Sekunden langsamer als bei den deutschen Meisterschaften. "Zwanzigster der Welt ist annehmbar, aber die Zeit ist Mist."

Auch vom Lehn war nach seinem 100-Meter-Brust-Rennen, das er nach 1:00,60 Minuten als 25. beendete, enttäuscht. "Ich weiß nicht, woran es gelegen hat." Der WM-Dritte über 200 Meter von 2011 verpasste seine Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen um eine gute Sekunde. Nicht ganz so unglücklich war Damian Wierling trotz Vorlauf-Aus über 50 Meter Schmetterling. "Die Zeit stellt mich nicht zufrieden. Aber ich habe ein paar Sachen mitgenommen für die Rennen über 50 und 100 Meter Kraul und die Staffel", sagte der 21-Jährige

Ohne Probleme überstanden die Lokalmatadore Katinka Hosszú und Laszlo Cseh ihre Vorläufe. Der ohrenbetäubende Jubel bei jedem ungarischen Starter war das Stimmungs-Highlight am Sonntag.

Während die Beckenschwimmer gerade erst ihren WM-Auftakt feierten, können sich die Wasserspringer in den Urlaub verabschieden. Nach Silber, Bronze und zuvor sieben weiteren Top-10-Plätzen belegten Tina Punzel und Lou Massenberg zum Abschluss einen überzeugenden vierten Platz im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Beim Synchronschwimmen belegte der erste deutsche WM-Starter Niklas Stoepel mit Amelie Ebert im freien Programm des gemischten Duetts Rang neun.