| 02:37 Uhr

Leckerbissen oder erneutes Skandalspiel?

Vor acht Monaten gab es nicht nur diffamierende Plakate gegen RB in Dortmund, sondern auch Gewaltexzesse und verletzte Fans.
Vor acht Monaten gab es nicht nur diffamierende Plakate gegen RB in Dortmund, sondern auch Gewaltexzesse und verletzte Fans. FOTO: dpa
Leipzig. Sportlich ist es der Knaller des 8. Bundesliga-Spieltages: Dortmund gegen Leipzig. Doch vor allem Nebengeräusche sorgen für Bedenken: BVB-Fans haben einmal mehr zum Protest gegen RB aufgerufen. Sandra Degenhardt

Ralph Hasenhüttl hat nur einen Wunsch, eine große Hoffnung. Beim Top-Spiel der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig soll es nur um den Sport gehen. Keine Gewalt, kein Hass. "Ich wünsche mir, dass der Fußball im Mittelpunkt steht. Nicht irgendwelche Protestmärsche und Banner", sagte der Österreicher am Freitag.

Doch acht Monate nach dem Skandal von Dortmund machen die BVB-Ultras erneut mobil. Sie haben vor dem nun zum Sicherheitsspiel deklarierten Duell wieder zum Protestmarsch aufgerufen. Auch Anti-RB-Plakate im Stadion soll es geben. Aber diesmal will die Polizei mit einem Großaufgebot von rund 1000 Beamten und einer Null-Toleranz-Strategie erneute Gewaltexzesse verhindern. Der Beitrag Dortmunds zur Deeskalation ist aber fragwürdig: Mindestens ein großes Plakat mit dem Schriftzug "Rasenball? Nee, Fußball!" stand am Freitag in der Stadt.

Hasenhüttl fährt trotzdem mit einem "sehr guten, sehr sicheren Gefühl" nach Dortmund. "Weil ich weiß, dass dort alles dafür getan wird, dass wir sicher ins Stadion kommen und auch unsere Fans. Davon gehe ich aus", sagte der 50-Jährige. Bei den Fans selbst hat das Spiel offensichtlich nachgewirkt: Es reisen nur 3000 statt 8000 RB-Fans wie im Februar in den Ruhrpott. Damals waren RB-Fans - darunter Kinder und Frauen - mit Flaschen und Steine beworfen worden, sechs verletzte RB-Fans und vier Polizisten war die traurige Bilanz. Im Stadion gab es diffamierende Plakate und Gewaltaufrufe gegen RB.

Hasenhüttl und sein Team konzentrieren sich ganz auf die sportliche Aufgabe - und die wird für die zuletzt nicht so überzeugenden Sachsen mehr als schwierig. Seit zwei Jahren hat in Dortmund kein deutscher Konkurrent mehr gewonnen. Mit 19 Punkten aus sieben Spielen, darunter sechs Siege, ist der Tabellenführer als einziges Team der Liga noch ungeschlagen. Auch die Quote des Pokalsiegers von 21 Toren und lediglich zwei Gegentreffern ist herausragend. Die Sachsen stehen bei 12:8 Toren, haben sechs Punkte Rückstand auf die Borussen.

Nationalstürmer Timo Werner steht im Kader. "Entgegen anders lautenden Meldungen entscheide immer noch ich, ob ein Spieler im Kader sein wird oder nicht. Und ich kann versichern, dass er im Kader sein wird", sagte Hasenhüttl. Zuvor hatte die "Bild" vermeldet, dass der 21-Jährige nicht mit nach Dortmund fliegen werde.

Werner hatte zuletzt wegen einer Blockade der Halswirbelsäulen-Muskulatur sowie des Kiefergelenks pausieren müssen. Ob der 21-Jährige aber mit Blick auf die anstehenden schweren Aufgaben in der Champions League (Dienstag gegen Porto) und in der Bundesliga sowie dem DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (21. Oktober) und FC Bayern München (25. und 28. Oktober) spielt, ist offen.

Dafür kehrt zur Freude von Hasenhüttl Leipzigs genialer Spielmacher Naby Keita nach seiner Rotsperre von drei Spielen wieder in den Kader zurück.