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Lebloser HSV im Sturzflug

Naldo (r.) und die Wolfsburger hatten nicht viel Mühe, die harmlosen Hamburger um Cléber in Schach zu halten. Der HSV ist Letzter.
Naldo (r.) und die Wolfsburger hatten nicht viel Mühe, die harmlosen Hamburger um Cléber in Schach zu halten. Der HSV ist Letzter. FOTO: dpa
Düsseldorf. Ist der Hamburger SV noch zu retten? Nach dem desaströsen 0:2 gegen Wolfsburg und dem Sturz auf den letzten Platz fehlt langsam der Glaube daran. An der Spitze bereitet sich der FC Bayern schon mal auf den 25. Titelgewinn vor: Drei Siege fehlen noch. Andreas Schirmer

Wehr- und hilflos taumelt der Hamburger SV dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga entgegen. War die 0:2-Pleite am 28. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg schon der Anfang vom Ende? HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer will dennoch das Experiment mit Interimscoach Peter Knäbel fortsetzen.

Eine Klasse für sich ist dagegen das Spitzenquartett aus München, Wolfsburg, Gladbach und Leverkusen, das am 28. Spieltag im Gleichschritt siegte. Dabei braucht der FC Bayern nur noch drei Erfolge, um den 25. Titelgewinn vorzeitig perfekt zu machen.

HSV-Idol Seeler hat Angst

"Das kann einem schon Angst machen", sagte HSV-Idol Uwe Seeler zum Absturz. Am Sonntag schließlich rutschten die Hanseaten durch den 3:2-Sieg des VfB Stuttgart gegen ihren kommenden Gegner Werder Bremen auch noch ans Tabellenende. Aber weniger das Tableau, sondern vielmehr der indiskutable Auftritt gegen den Vizemeister in spe aus Wolfsburg verursachte an der Elbe Panik. "Leblos. Kein Mut, keine Aggression, keine Wut", schimpfte HSV-Verteidiger Heiko Westermann nach der desaströsen Leistung. Aufgeheizt war die Atmosphäre schon in der Halbzeitpause: In der Kabine gerieten Valon Behrami und Johan Djourou, der nach dem Wiederanpfiff auch noch Gelb-Rot sah, heftig aneinander.

Wie eine Kapitulation klang das, was Stürmer Ivica Olic sagte: "Es könnte sogar Cristiano Ronaldo kommen. Der würde uns auch nicht helfen." Wird nun Thomas Tuchel kommen? Vorstandschef Beiersdorfer will trotz des freien Falls den Trainer nicht noch einmal wechseln. "Ja, das schließe ich aus!", sagte er am Sonntag.

Noch prekärer wurde die Lage für den HSV, weil der SC Paderborn zeitgleich mit dem 2:1 gegen Europacup-Anwärter FC Augsburg den ersten Erfolg in diesem Jahr landete. "Jeder sagt: Paderborn ist einfach aus der Liga zu schießen. Aber so einfach geht das nicht", formulierte Siegtorschütze Srdjan Lakic eine Kampfansage.

Profitiert hat von dem Paderborner Coup der FC Schalke 04, der nach der beschämenden Nullnummer gegen den SC Freiburg trotz schlechtester Rückrunde seit 22 Jahren Tabellenfünfter blieb, aber Fans und den Schalke-Boss Clemens Tönnies auf die Palme brachte. "Ich habe mich sehr geärgert", sagte er am Sonntag im "Doppelpass" bei Sport1 und kündigte Konsequenzen an: "Wir werden uns von Spielern trennen, die nicht laufen wollen."

Im Keller war die Stimmung auch bei Borussia Dortmund wenige Tage nach dem gefeierten Einzug ins Pokal-Halbfinale. "Jedes Gegentor war Quatsch. Es war eine bescheidene Leistung", urteilte BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem 1:3 bei Borussia Mönchengladbach harsch. "Wir müssen aufpassen, nicht nach unten zu rutschen."

Dagegen steuern die seit acht Spielen unbesiegten Gladbacher auf Champions -League-Kurs. Streitigmachen kann der Borussia das direkte Entree in die Königsklasse nur Leverkusen. Mit 3:2 gewann Bayer bei Mainz 05.

Der FC Bayern hat seine Verletzungsmisere erfolgreich gemeistert und ist mit dem 3:0 gegen Eintracht Frankfurt der 25. Meisterschaft ein gutes Stück näher gekommen. Bei der gelungenen Generalprobe für das Viertelfinale in der Champions League an diesem Mittwoch beim FC Porto stand Doppel-Torschütze Robert Lewandowski, der neun Treffer in den letzten acht Ligaspielen schoss, im Mittelpunkt.