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| 17:37 Uhr

Motorsport
Lausitzring: Fotoverbot und Gabelstapler-Lizenz

Nicht alle Bereiche des Lausitzrings durften bei der Internationalen Rallyecross-Meisterschaft betreten werden.
Nicht alle Bereiche des Lausitzrings durften bei der Internationalen Rallyecross-Meisterschaft betreten werden. FOTO: Peter Aswendt / unbekannt
Klettwitz. Auf der Rennstrecke in Klettwitz sind unter dem neuen Besitzer Dekra bei Großveranstaltungen einige Regeln zu beachten. Von Peter Aswendt

Für den neuen Besitzer des Lausitzrings, die Dekra, war der Lauf zur Internationalen Deutschen Rallyecross-Meisterschaft am vergangenen Wochenende die erste Großveranstaltung. Auch der Serienbetreiber erlebte dabei viel Neues, genau wie Teams, Journalisten und Zuschauer.

Schon bei der Anreise am Freitag vor dem Rennwochenende war sofort klar, dass auf dem Lausitzring nun andere Prämissen den Motorsport bestimmen. „Wir sind für die Dekra vielleicht ein Testballon für die kommende DTM“, vermutet Gerd Weidinger lachend. Er ist der Vorsitzende des ausrichtenden Klubs, der Privaten Renngemeinschaft Spandau (PRS). Und der Pressesprecher der Veranstaltung, Klaus Portsch, kommt ebenfalls nicht um ein Grinsen umhin: „Mir wurde meine Kameralinse am Handy mit einem Aufkleber versiegelt, das hatte wohl nichts mit Freitag dem 13. zu tun.“

Gleiches konnten auch die Teams berichten. „Wir mussten am Freitag ein Fotoverbot unterzeichnen, gleich bei der Einfahrt“, berichtet Tobias Kathe aus Hamburg. Der Mechaniker des Teams Umland Racing hatte auch eine Erklärung parat: „Als wir im Fahrerlager ankamen, standen Dutzende BMW und VW neuster Baureihen auf dem Areal. Da sollte wohl nichts nach außen dringen.“

Auch die knapp 2000 Zuschauer an diesem Wochenende merken den Unterschied bei der Anfahrt. Die jahrelang gewohnte Parallelstraße ist gesperrt, die Einfahrt zum Ring geht nur über die Seite der Ortslage Meuro. Ein Securitymann fragt freundlich nach dem Begehr, dann bekommt jeder seinen Weg zugewiesen. Für die Zuschauer heißt es diesmal, den Weg zur Haupttribüne zu nehmen und dahinter zu parken. Bei den relativ wenigen Besuchern ist das durchaus möglich. Man darf jedoch gespannt sein, wie sich das alles verhält, wenn am Pfingstwochenende das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) auf dem Lausitzring gastiert.

Aus Veranstaltersicht gab es am Rallyecross-Wochenende aber auch nützliche Änderungen, die sich beim Aufbau und der Techniknutzung ergaben. „Es war das erste Mal, dass wir nach einer Gabelstapler-Lizenz gefragt wurden, als wir das Gerät nutzen wollten“, erzählt Serienpromoter Sebastian Unnasch lachend. Einklang herrscht aber bei allen, dass die pragmatischen Zeiten des alten Lausitzrings nicht immer gut waren und der Arbeitsschutz sowie der sichere Gebrauch der Technik wichtig sind. Dass die Dekra als weltweit tätiger Konzern auf Einhaltung von Vorschriften und Normen achtet, kommt bei allen positiv an. „Schließlich ist es auch eine Prüfgesellschaft, die die technischen Regeln überwacht, da kann man nicht einfach eine Ampel mit einem Bindedraht festmachen“, bestätigt Unnasch die Richtigkeit des Vorgehens. Übrigens war dann an beiden offiziellen Veranstaltungstagen das Fotografieren und Filmen an der Strecke uneingeschränkt erlaubt. Nur Drohnen standen auf der Verbotsliste.

Dass sich der Rallyecross auf dem Vormarsch befindet, merkten auch die Veranstalter: „Mit 53 Nennungen und elf Nennungen aus Tschechien zum Histocup, haben wir einen Teilnehmerrekord am Lausitzring“, freut sich Promoter Sebastian Unnasch. In sieben Klassen hangelten sich die Starter durch die Vorläufe. Die knapp einen Kilometer lange Strecke fand im Großen und Ganzen Anklang: „Die Schotterstrecke ist ein wenig kurz“, bemerkte Florian Umland, der als Titelverteidiger in der Klasse Produktionswagen über 1400 Kubikzentimeter an den Start ging. Auch die Übergänge von Schotter zu Asphalt bereiteten dem Veranstalter Probleme: „Wir haben zwar Gummimatten ausgelegt, aber die werden immer wieder verschoben, sodass die entstehenden Absätze ein Problem für die Autos darstellen“, so die Feststellung der Organisation.

Wie die an diesem Wochenende verantwortlichen Dekra-Mitarbeiter die Veranstaltungspremiere wahrnahmen, ist indes unklar. Ein Gespräch dazu wurde zunächst abgelehnt, womöglich müssen die Eindrücke erst noch ausgewertet werden.

Die Organisatoren des Rallyecross-Events wollen indes im nächsten Jahr auf alle Fälle wieder am Lausitzring einen Meisterschaftslauf organisieren. „Wir planen dazu einen Streckenneubau“, verrät Klaus Portsch. „Es soll aber außerhalb der Grand-Prix-Strecke ein Areal genutzt werden.“ Wunder Punkt sind die Kosten. „Beim ersten Bau der Strecke gab es noch eine Kostenteilung mit den Lausitzringbetreibern“, so Portsch. Aber die Berliner Rallyecrosser sind optimistisch, da sie auch auf eine gute Unterstützung des ADAC Berlin-Brandenburg bauen können. Zuschauer und Veranstalter würden sicherlich profitieren und die Lausitz ein motorsportlicher Hotspot bleiben.

Beim Rallyecross mussten die Zuschauer hinter der Haupttribüne parken. Bleibt abzuwarten, welche Vorschriften es diesbezüglich am sicherlich stärker frequentierten DTM-Wochenende zu Pfingsten geben wird.
Beim Rallyecross mussten die Zuschauer hinter der Haupttribüne parken. Bleibt abzuwarten, welche Vorschriften es diesbezüglich am sicherlich stärker frequentierten DTM-Wochenende zu Pfingsten geben wird. FOTO: Peter Aswendt / unbekannt