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| 11:55 Uhr

Radsport
Lausitzer sindstark im Kampf gegen die Uhr

Auf dem Podium strahlten (v.l.) Max Kanter, Jasper Frahm und  Richard Banusch.
Auf dem Podium strahlten (v.l.) Max Kanter, Jasper Frahm und Richard Banusch. FOTO: imago/Mario Stiehl / Mario Stiehl
Cottbus. Bei den Deutschen Meisterschaften der Straßenradsportler überzeugten die Lausitzer vor allem im Kampf gegen die Uhr. Die Reaktionen auf die Medaillen-Ausbeute fielen jedoch unterschiedlich aus. Von Frank Noack und Sven Hering

Die Bilanz der Lausitzer Straßenradsportler bei der Deutschen Meisterschaft im hessischen Einhausen konnte sich bereits vor dem abschließenden Rennen der Männer an diesem Sonntag sehen lassen. Sie präsentierten sich speziell am Freitag in den Einzelzeitfahr-Wettbewerben in starker Form. Mit Sieger Jasper Frahm, Max Kanter und Richard Banusch standen bei der U23 gleich drei Fahrer auf dem Podest, die in der Lausitz bestens bekannt sind.

Der gebürtige Cottbuser Tony Martin holte sich bei den Männern seinen mittlerweile achten Zeitfahr-Titel. Und im Frauenrennen belegte Titelverteidigerin Trixi Worrack aus Dissen diesmal Rang zwei.

Im Straßenrennen der Frauen setzte sich am Samstag Liane Lippert vom Team Sunweb durch. Die 20-Jährige aus Friedrichshafen fuhr einen langen Sprint von vorn und siegte vor Christa Riffel (Canyon SRAM) und Corinna Lechner (BTC City Ljubljana).

Der inzwischen in Kreuzlingen in der Schweiz lebende Tony Martin vom Team Katusha-Alpecin fuhr in souveräner Manier zur Goldmedaille. Der vierfache Weltmeister war nach 45 Kilometern 1:02 Minuten schneller als der Freiburger Jasha Sütterlin (Movistar Team). Der ehemalige LKT-Team-Fahrer Nikias Arndt (Köln/Team Sunweb) belegte Rang drei.

„Ich bin mit Vollspannung angereist. Letztes Jahr war der Meisterschaftskampf sehr eng und ich wusste nicht, wie es diesmal laufen würde. Nach dem Giro habe ich zwei Wochen regeneriert und mich in den letzten 14 Tagen intensiv auf die Meisterschaft vorbereitet“, erzählte Tony Martin im Ziel. „Nach der ersten Runde wusste ich: ,Der alte Tony ist wieder da.’“

Auch Nikias Arndt freute sich: „Ich hatte mir eigentlich mehr erhofft, aber letztlich war es das Ergebnis, das man erwarten konnte." Arndt fuhr von 2010 bis 2012 für das LKT-Team Brandenburg.

Bei den Frauen musste sich Trixi Worrack (Canyon SRAM) nach 30 Kilometern nur Lisa Brennauer (Wiggle High 5) geschlagen geben. 18 Sekunden fehlten der 36-jährigen aus Dissen nach zwei Siegen in Serie zur Titelverteidigung. „Das geht in Ordnung“, erklärte Worrack, die an der Zwischenzeit nur drei Sekunden Rückstand auf Brennauer hatte, dann aber an Boden verlor. Rang drei ging an Lisa Klein (Canyon SRAM).

Im U23-Rennen gegen die Uhr triumphierte der bei den Lausitzer Radsportanhängern gut bekannte Ex-LKT-Team-Fahrer Jasper Frahm aus Buxtehude. Für die 30 Kilometer lange Strecke benötigte er 37:07 Minuten. Der Cottbuser Max Kanter, der beim RSC ausgebildet wurde und anschließend ebenfalls für das LKT-Team fuhr, verfehlte den Titel um 38 Hundertstelsekunden. Auf Platz drei landete der Vetschauer Richard Banusch vom LKT-Team. Er lag nur sechs Sekunden hinter dem Sieger. Titelverteidiger Patrick Haller musste sich nach einem technischen Defekt mit Platz 32 zufriedengeben.

Kanter ärgerte sich „ein bisschen, dass es nicht zum Titel reichte“. Richard Banusch freute sich hingegen über Bronze: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem dritten Platz. Die Strecke lag mir. Am Anfang war ich vielleicht ein wenig zu langsam unterwegs. Und ich bin froh, nach dem Patzer vom Vorjahr es nun wieder aufs Podium geschafft zu haben.“

Im vergangenen Jahr hatte die Jury Banuschs Zeit bei den Titelkämpfen in Chemnitz falsch gestoppt und ihn zunächst zum Sieger erklärt, dies dann später korrigieren müssen.

Trixi Worrack holte diesmal Silber.
Trixi Worrack holte diesmal Silber. FOTO: dpa / Uwe Anspach