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| 12:16 Uhr

Orientierungslauf
Lausitzer organisiert Deutsche Meisterschaft

Andreas Lückmann ist nicht nur aktiver Orientierungsläufer, sondern ebenso Organisator der Deutschen Meisterschaften.
Andreas Lückmann ist nicht nur aktiver Orientierungsläufer, sondern ebenso Organisator der Deutschen Meisterschaften. FOTO: Eleonore Pohl
Senftenberg. Am 2. Juni trifft sich die Elite der Orientierungsläufer in Senftenberg, um den deutschen Meister zu ermitteln. Organisiert wird der Wettkampf von Andreas Lückmann. Der Senftenberger stand selbst 38 Mal auf dem Treppchen ganz oben. Von Torsten Richter-Zippack

Am 2. Juni ist Senftenberg deutsche Sporthauptstadt. Denn am Sonnabend finden dort die Deutschen Meisterschaften im Stadt-Sprint-Orientierungslauf statt. Bis zu 700 Athleten aus allen 16 Bundesländern werden erwartet. Organisator der Großveranstaltung ist Andreas Lückmann mit seinem Postsportverein (PSV) Dresden inklusive der Unterstützung des SV Blau-Weiß 90 Sedlitz sowie der Sedlitzer Bergfreunde.

Andreas Lückmann gehört mit 38 deutschen Meistertiteln zu den erfolgreichsten Sportlern im Orientierungslauf. Hinzu gesellen sich vier DDR-Meister sowie 23 Silbermedaillen bei deutschen Meisterschaften. „Höheren Wert für mich haben allerdings ein 9. Platz bei einem Weltcup sowie ein 23. Rang bei der Weltmeisterschaft“, sagt der gebürtige Lauchhammeraner. Die Liebe zum Sport mit Kompass und Karte bekam der heute 51-Jährige bereits in die Wiege gelegt. „Meine Eltern Brigitte und Peter Lückmann haben neben dem Bergsteigen, Wandern und Skifahren auch Orientierungslauf betrieben“, erinnert sich der Athlet. Seine Sportkarriere begann im Wald zwischen der Bergarbeitersiedlung Anna-Mathilde und Großräschen. Heute erstreckt sich dort der Großräschener See (Oberspreewald-Lausitz). „Später habe ich mit Vater unter anderem den Niemtscher Park und den Wald zwischen Großkoschen und Peickwitz kartiert. Diese Orientierungslauf-Karten wurden für das eigene Training sowie für die Ausbildung der Kinder- und Jugendgruppe genutzt“, erzählt Andreas Lückmann.

Während seiner aktiven Zeit standen bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche auf dem Plan. In Spitzenzeiten kamen da durchaus bis zu 180 Kilometer Lauftraining in sieben Tagen zusammen. „Orientierungslauf ist für mich wie Schachspielen und gleichzeitig 10 000-Meter-Lauf. Die Kombination aus läuferischer Beanspruchung und geistiger Arbeit macht den Reiz aus“, erklärt Lückmann. Wer zu schnell unterwegs ist, habe schnell einen müden Kopf und entscheide sich für eine ungünstige Route. Toll sei, dass kein Wettkampf einem andere gleicht. Und das, obwohl meist immer in den selben Wäldern gelaufen werde. „Bereits als Schüler habe ich so manche Wanderung beim Klassenausflug gerettet“, erinnert sich der Sportler, der es sogar bis zum Bundestrainer gebracht hat.

Nach vielen Jahren aktiver Wettkämpfe in nah und fern diene Lückmanns Training heute vorwiegend nur noch der Gesundheit und der Fitness. Aber: „Für weitere Meistertitel und Medaillen in meiner Altersklasse 50 langt es aber ab und zu noch.“ Darüber hinaus ist der 51-Jährige stolz, dass es gelungen ist, die deutsche Meisterschaft der Orientierungsläufer ins heimische Senftenberg zu holen. Obwohl Andreas Lückmann als Vermessungsingenieur seit nunmehr 35 Jahren in Dresden lebt, ist er der Lausitz immer treu geblieben. Sein Postsportverein gehört indes zu den größten und erfolgreichsten seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre organisiere der PSV die bundesoffenen Veranstaltungen. Und das erfolgreich: Seit dem Jahr 1990 haben die Dresdner Athleten die deutschen Vereinsmeisterschaften bislang 13 Mal für sich entschieden.

Nach Senftenberg werden zwischen 60 und 70 Helfer des PSV reisen. Bereits im Vorfeld ist jede Menge logistische Arbeit erforderlich. Allein 200 Stunden Arbeit stecken in den entsprechenden Orientierungskarten. „Damit haben wir bereits vor zwei Jahren begonnen“, erzählt Andreas Lückmann. Und zwar alles ehrenamtlich.

Den heimischen Teilnehmern räumt der Experte gute Chancen auf vordere Plätze ein. Mit von der Partie ist Bruder Heiko Lückmann, ehemaliger DDR-Kinder- und Jugendmeister, der nach vielen Jahren wieder mit dem Training begonnen hat. Darüber hinaus dürften sich auch die Lausitzer Jens und Frank Rabe in ihren Altersklassen Chancen auf gute Platzierungen im Mittelfeld ausrechnen.