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| 11:46 Uhr

Geheimrezepte der ungeschlagenen Teams
Die Unbesiegbaren der Lausitz

 Max Pohl (l.) und Maik Ketzmerick von Traktor Laubsdorf haben in dieser Saison allen Grund zum Jubeln.
Max Pohl (l.) und Maik Ketzmerick von Traktor Laubsdorf haben in dieser Saison allen Grund zum Jubeln. FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock
Cottbus. Einige Lausitzer Fußball-Teams können sich tatsächlich mit Cristiano Ronaldo & Co. vergleichen. Denn sie sind bisher ebenfalls ungeschlagen. Die RUNDSCHAU macht sich auf die Suche nach den Geheimrezepten. Von Josephine Japke

Was haben Traktor Laubsdorf und Juventus Turin gemeinsam? Kleiner Tipp: Es sind nicht die Rekordausgaben für Spielertransfers. Vielmehr führen beide Mannschaften gerade die Tabelle ihrer Liga an – und beide Teams sind in dieser Saison auch noch ungeschlagen. Im Fall vom Elftligisten Traktor Laubsdorf in der 1. Kreisklasse Niederlausitz Süd bedeutet das sogar: 14 Spiele, 14 Siege und eine Tordifferenz, von der andere nur träumen.

„Woran das liegt, kann ich mir auch nicht so richtig erklären“, gibt Laubsdorfs Trainer Marco Christoph zu. Er selbst hat das Team erst zur Saison 2018/19 übernommen und musste seitdem nur noch „an einigen Stellschrauben drehen“, wie er selbst sagt. Schon vorher sei die Mannschaft super vorbereitet gewesen. „Die Truppe wurde erst 2015 aus dem Boden gestampft“, sagt der Coach. Der Vorgänger und ehemalige Brandenburg-Meister Blau-Gelb Laubsdorf ging seinerzeit insolvent. Mit Traktor Laubsdorf wurde ein komplett neuer Verein gegründet, der in der untersten Liga neu anfangen musste. „Dass wir jetzt da stehen, wo wir sind, ist natürlich eine Leistung“, sagt Christoph.

Zurückzuführen ist das seiner Meinung nach auf den guten Mix innerhalb der Mannschaft. Einerseits die jungen Wilden wie Max und Philipp Pohl, die ein Tor nach dem anderen schießen. Andererseits mit dem 45-jährigen Andreas Römer ein alter Hase im Tor, der für Ruhe und Sicherheit sorgt, und davor eine Abwehr, an der nur wenige vorbeikommen – wie auch die Tordifferenz belegt: 41:7 Tore. „Auch ich würde die Phrase bemühen, dass der Angriff Spiele gewinnt, die Verteidigung aber Titel“, sagt Marco Christoph lachend.

Ob es auch im Rest der Saison so gut weitergeht, kann er nicht sagen. Irgendwann könnte auch das erste Spiel der Saison verloren gehen. Mit dem Lauf, den Laubsdorf gerade hat, seien sie aber schwer aufzuhalten, gibt der Trainer zu. Am Wochenende reist die „Wundertüte“ Spremberg II an. Das siebte Spiel zu Null wäre wünschenswert. „Aber am Ende ist es vielleicht das Quäntchen Glück, das das Spiel ausmachen wird.“

Auch 52 Kilometer weiter westlich teilt man das glückliche Schicksal der Laubsdorfer. Askania Schipkau II ist in der 2. Kreisklasse nach zwölf Spielen ebenfalls ungeschlagen. „Was den Jungs in den Tee gemischt wird, behalten wir lieber für uns“, lacht Abteilungsleiter Fußball Maik Fritsch. Auch im Verein aus Oberspreewald-Lausitz sei die Mischung aus alten und jungen Spielern das Erfolgsrezept. Erst im letzten Jahr wurde die 2. Mannschaft angemeldet und schon in diesem Jahr läuft es richtig gut.

„Wir haben einen guten Nachwuchs. Die Jungen rennen, die Älteren halten die Ordnung. Außerdem gehen wir jedes Spiel konzentriert und gut vorbereitet an“, erklärt er und gibt sich optimistisch wie kämpferisch: „Richtige Bewährungsproben wird es in dieser Saison nicht mehr geben. Ich gehe davon aus, dass wir auch weiterhin gewinnen werden.“

 Elf Siege aus zwölf Spielen: Für die Männer von Askania Schipkau II ist die bisherige Saison eine Erfolgsgeschichte
Elf Siege aus zwölf Spielen: Für die Männer von Askania Schipkau II ist die bisherige Saison eine Erfolgsgeschichte FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock

Neben Juventus Turin in Italien mit dem mehrfachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo sind auch PAOK Saloniki (Griechenland), Roter Stern Belgrad (Serbien) und Slovan Bratislava (Slowakei) in ihren nationalen Ligen ungeschlagen und somit klar auf Meisterschaftskurs. Juve ist es schon 2012 gelungen, ungeschlagen Meister zu werden. Erreicht man das in diesem Jahr abermals, wäre es der achte Titel in Folge.

Immer noch ungeschlagen, wenn auch nicht ganz so lupenrein wie die Konkurrenz aus Schipkau und Laubsdorf, ist Preußen Elsterwerda. In 17 Spielen nur drei Unentschieden hinnehmen zu müssen, ist allerdings alles andere als eine Schande. 56 geschossene Tore und nur 18 kassierte Treffer lassen Rück­schlüsse auf die gute Form der Elsterwerdaer zu. Am Samstag reist nun der direkte Verfolger aus Falkenberg an. Beim Spitzenspiel in der Kreis­oberliga könnte es somit zu einem ersten Vorentscheid um die Meisterschaft kommen. Immerhin hat Falkenberg schon jetzt zwölf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer und ist der letzte ernsthafte Konkurrenz der Preußen.

Juventus Turin hat es da ein bisschen leichter. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten beträgt 18 Punkte. Und nach der Ronaldo-Show in der Champions League geht es am Sonntag gegen den Mittelklasse-Club aus Genua. Das nächste halbwegs komplizierte Spiel gegen den AC Mailand steht erst im April an. Man darf gespannt sein, ob die Unbesiegbaren der Lausitz bis dahin ebenfalls ihre weißen Westen behalten.

FOTO: LR / Elisabeth Wrobel