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| 01:04 Uhr

Lausitzer Füchse: Keine Emotionen, keine Siege

WEISSWASSER.. Die Gesichter der treuen Fans im Fuchsbau sind derzeit mindestens genau so lang wie die Niederlagenserie des Tabellenletzten der 2. Liga. Frank Noack

Mit dem 0:3 bei den Landshut Cannibals und dem 1:3 zu Hause gegen die Eisbären Regensburg kassierten die Lausitzer Füchse am zurückliegenden Wochenende bereits die Pleiten Nummer 18 und 19 - eine desaströse Bilanz, die nur noch 1390 Zuschauer sehen wollten. Für lange Gesichter sorgt zudem die Tatsache, dass Aussicht auf Besserung nicht in Sicht scheint. Stattdessen droht eine wochenlange Tristesse bis zum Start der Abstiegsrunde am 12. März 2006, in der es um die Existenz des Traditionsvereins aus Weißwasser geht.
Eines ist inzwischen klar: Die Hoffnung, dass der kürzliche Heimsieg gegen den SC Bietigheim/Bissingen endlich die dauerhafte Wende zum Besseren einleitet, erfüllte sich nicht. „Die Art und Weise der Niederlage gegen Regensburg wirft uns dahin zurück, wo wir vor acht Wochen waren“ , konstatierte Füchse-Cheftrainer Fred Carroll.
Auch dem Nachfolger des bereits nach sechs Spieltagen beurlaubten Horymir Sekera stand am Sonntag die Resignation ins Gesicht geschrieben. Zum wiederholten Mal sprach der 42-Jährige einigen Profis die Zweitliga-Tauglichkeit ab und kritisierte in seinem Rundumschlag die mangelhafte Einstellung. „Einige Spieler müssen endlich den ersten Schritt machen. Sonst mache ich ihn - mit dem linken oder rechten Fuß“ , wetterte Carroll über die streckenweise regelrecht leblose Vorstellung.
Im Grunde genommen hat längst die Vorbereitung auf die Abstiegsrunde begonnen. Entsprechend sieht das Training aus. Vor allem im konditionellen Bereich wurde hart gearbeitet. Als zusätzliche Schwächung kam ein Grippe-Virus hinzu, der neben den pausierenden Mattias Wikström und André Koalick die halbe Mannschaft erfasste. Aber eine Entschuldigung sei dies laut Carroll nicht: „Mir fehlen die Emotionen innerhalb der Mannschaft, gerade in einem Heimspiel. Ohne Herz und Leidenschaft geht es nicht. So können wir keine Spiele gewinnen.“
Auch gegen Regensburg zeigte sich, dass insbesondere vor dem Tor die Durchschlags kraft fehlt. Speziell bei den Überzahlspielen lief nicht viel zusammen. „Man muss vor dem Tor auch mal dort hingehen, wo es weh tut. Dazu sind bei uns nur wenige Spieler bereit“ , kritisierte Carroll.
Großartige Änderungen im Kader sind mitten in der Saison indes nicht möglich. Denn zum Leidwesen des Coaches haben die Spieler natürlich „gültige Verträge bis zum Saisonende. Wenn eine Kündigung zum Monatsende möglich wäre, dann hätten wir uns mit Sicherheit schon von dem einen oder anderen Spieler getrennt“ .
Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es nach Lukas Slavetinsky demnächst noch weitere Beurlaubungen gibt. Die Liste der möglichen Kandidaten ist jedenfalls lang. Sie ist mindestens genau so lang wie die Niederlagenserie und auch die Gesichter im Fuchsbau.