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| 08:52 Uhr

Motocross in Fürstlich Drehna
Spies und der „beste Lauf meiner Karriere“

ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna FOTO: Frank Hammerschmidt
Fürstlich Drehna. Trotz schlechten Wetters wird die Lausitz das ADAC MX Masters 2019 in Fürstlich Drehna in guter Erinnerung behalten. Von Steven Wiesner

Der Geruch von Benzin, ein aus Hunderten von Trucks und Transportern bestehendes Fahrerlager mit mehr als 200 internationalen Fahrern, insgesamt 9500 Schaulustige, die mit Klappstühlen und Handys am Streckenrand hockten, um das Knattern der Motoren und das Sprungspektakel der Piloten aufzunehmen. Der Zirkus war wieder in der Stadt – beziehungsweise im Dorf. Zum 15. Mal haben die ADAC MX Masters Station in Fürstlich Drehna gemacht, um die Saison der höchsten deutschen Motocross-Serie zu eröffnen und auch um den Luckauer Ortsteil wieder für zwei Tage in ein Motocross-Mekka zu verwandeln.

Vermutlich hätten den Rennen in Fürstlich Drehna am vergangenen Wochenende noch mehr Zuschauer beigewohnt, wäre das mitunter winterliche Wetter einladender dahergekommen. 10 000 bis 15 000 Zuschauer hatten sich die Veranstalter gewünscht. „Man kann leider nicht immer auf der Sonnenseite sein“, sagte Marcel Rentsch vom Organisationsteam des MSC Fürstlich Drehna. Bei ungemütlichen Temperaturen um die fünf Grad Celsius mussten sich die Zuschauer schon warme Gedanken machen.

Umso gemütlicher machten es sich dafür zumindest die Lausitzer Lokalmatadore in den Punkterängen. Richard Stephan (14) aus Saalhausen fuhr zunächst bei den Jüngsten im Junior Cup 85 in beiden Endläufen jeweils auf Rang elf und durfte sich über ein 20-Punkte-Wochenende freuen. Ein tolles Ergebnis für den Junior vom MSC Fürstlich Drehna.

 Hoch hinaus ging es auch für Eric Schwella aus Bohsdorf-Vorwerk.
Hoch hinaus ging es auch für Eric Schwella aus Bohsdorf-Vorwerk. FOTO: Frank Hammerschmidt

Im Youngster Cup sammelte auch Eric Schwella (18) aus Bohsdorf-Vorwerk fleißig Punkte. Der Pilot vom MCC Spremberg fuhr im ersten Lauf als 13. ins Ziel und wurde somit zweitbester Deutscher, im zweiten Lauf langte es immerhin zu Platz 19. „Ich war nach dem Start lange im Verfolgerfeld auf Platz zehn, habe mich dann aber mit einem Kontrahenten verhakt und wäre fast in die Zuschauer reingeflogen“, sagte Schwella. „Danach wollte ich wenigstens noch in die Punkte fahren.“ Und das gelang. Der Teenager aus Felixsee nahm in Summe zehn Punkte mit nach Hause und bilanzierte: „Ich bin voll zufrieden. Das ist ein guter Saisonstart und das beste Rennwochenende in Drehna bisher.“

Für den Höhepunkt aus Lausitzer Sicht sorgte allerdings Maximilian Spies im Youngster Cup. Der 15-Jährige aus Ortrand fand sich im ersten Endlauf noch zwei Plätze hinter Trainingskollege Eric Schwella auf Rang 15 wieder und war damit nur bedingt zufrieden. „Das ist in Ordnung“, sagte das Nachwuchstalent vom MSC Fürstlich Drehna. „Aber es wäre noch mehr möglich gewesen.“ Was er damit meinte, zeigte er dann im zweiten Endlauf, als Maximilian Spies „richtig Rock’n’Roll machte“, wie der Streckensprecher kommentierte. Mit einem Sahnestart und einem sensationellen Lauf fuhr Spies aufs Podium und wurde Dritter. „Endlich hat mal alles geklappt“, freute sich Trainer und Papa Lars Täubert. „Er wollte zuhause auf seiner Heimbahn unbedingt mal auf dem Treppchen stehen, das hat nun früher funktioniert als erwartet. Ich habe ihn lange nicht mehr so sauber fahren sehen.“

 Richard Stephan (Saalhausen) freute sich über ein tolles Ergebnis.
Richard Stephan (Saalhausen) freute sich über ein tolles Ergebnis. FOTO: Thorsten Horn

Maximilian Spies selbst freute sich über den „bisher besten Lauf meiner Karriere“. Wie hoch der Sprung aufs Treppchen einzuordnen ist, verdeutlicht die Tatsache, dass der Lausitzer noch Neuling und zweitjüngster Pilot in diesem Fahrerfeld ist.

Mit 26 Punkten fährt er nun als Gesamtsechster des Youngster Cups zum zweiten Rennwochenende ins bayrische Möggers am 1./2. Juni. Die Siege bei den Motocross-Profis in der Masters-Klasse gingen am Sonntag an Jens Gettemann aus Belgien und Tanel Loek aus Estland.

ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna FOTO: Frank Hammerschmidt