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Landkarte der Lausitzer Fußballhelden

Tony Jantschke (v.l.), Leonardo Bittencourt, Marvin Stefaniak, Robert Zickert oder Torsten Mattuschka sind nur einige Beispiele für Lausitzer Fußballer, die aktuell in den oberen Ligen aktiv sind.
Tony Jantschke (v.l.), Leonardo Bittencourt, Marvin Stefaniak, Robert Zickert oder Torsten Mattuschka sind nur einige Beispiele für Lausitzer Fußballer, die aktuell in den oberen Ligen aktiv sind. FOTO: mkc1
Cottbus. Die RUNDSCHAU gibt den Überblick: Diese Vereine aus der Region schauen mit Stolz auf einen erfolgreichen Kicker aus ihren Reihen. Jan Lehmann

Am Anfang dieser Geschichte über die "verlorenen Söhne" stand die reine Neugier in diesem bewegten Fußballsommer in der Lausitz, der in so manchem Verein von großer Wiedersehensfreude geprägt ist. So kehrte beispielsweise der ehemalige Energie-Profi Torsten Mattuschka mit seiner Buchlesung zu seinem Heimatverein Rot-Weiß Merzdorf zurück und wurde dort von alten Weggefährten und Mitspielern herzlich empfangen. Robert Zeitz, alter Mattuschka-Kumpel und als Nachwuchsleiter im Merzdorfer Verein tätig, sagte: "Wir sind stolz auf Torsten und darauf, dass er geblieben ist, wie er immer war."

Stolz ist man auch in Hoyerswerda auf den Gladbacher Erstliga-Profi Tony Jantschke, der zuletzt in seiner Heimatstadt bereits sein fünftes Fußballcamp veranstaltete. Er erklärte einst in der RUNDSCHAU: "Das ist meine Heimatstadt und ich habe früher auch in solchen Camps viel Spaß gehabt. Dieses tolle Erlebnis will ich jetzt auch den Kindern bereiten." Energie-Rückkehrer Felix Geisler trat derweil mit dem FCE bei seinem Heimatclub Blau-Weiß Vetschau an und erklärte: "Das ist ein besonderes Spiel für mich."

Das war es auch für Robert Zickert, der mit dem 1. FC Lok Leipzig zu Lok Falkenberg zurückkehrte; also dorthin, wo er einst das Fußballspielen gelernt hat. Auch wenn Zickert wegen einer Muskelverletzung bei diesem Spiel nur Zuschauer war - für den Verein im Elbe-Elster-Kreis war die Partie vor 900 Zuschauern ein Höhepunkt. An der Elster ist man natürlich ebenfalls stolz darauf, dass einer der ihren es bis in die Regionalliga geschafft hat. Und mit dem 14-jährigen Maximilian Tesche wächst an der Lausitzer Sportschule und beim FC Energie schon das nächste große Talent mit Falkenberger Wurzeln heran.

Wir haben uns in der RUNDSCHAU-Sportredaktion gefragt: Wie viele der "verlorenen Söhne" - und natürlich auch "verlorenen Töchter" - gibt es eigentlich bei den Clubs in der Lausitz? Welcher kleine Verein kann auch noch stolz auf einen großen Kicker sein?

Jantschke ist klar, der ist seit vielen Jahren bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga Stammspieler und durfte in der Champions League schon gegen den FC Barcelona oder Manchester City antreten. Und dann gibt es natürlich Leonardo Bittencourt, der es mit dem 1. FC Köln in die Europa League geschafft hat. Er war bekanntermaßen wegen seines Vater Fanklin Bittencourt bei Energie Cottbus groß geworden.

Doch es gibt noch viel mehr Spieler. Wir wollten wissen: Woher stammen die meisten Talente? In welchem Landstrich werden die besten Fußballer groß? Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Spielern, die einst in einem kleinen Club bei uns vor der Haustür die ersten Bälle aufs Tor geschossen haben - und jetzt höherklassig spielen. Unsere Bedingung: Sie müssen innerhalb der ersten vier deutschen Ligen oder im Ausland aktiv im Einsatz sein.

Die Suche war vielfältiger als gedacht, doch wir haben viel Hilfe bekommen. Aus der anfänglichen Neugier entstand eine breite Fußballdiskussion unter Fans und Kennern: Auf unserem Facebook-Kanal, in Telefonaten und E-Mails mit unseren Berichterstattern in den Vereinen, mit den Kollegen von FuPa Brandenburg, beim Feierabendbier in der Kneipe - überall waren wir auf der Suche nach Spielern, die wir noch nicht auf dem Schirm hatten. Wussten Sie zum Beispiel, dass der von Dynamo Dresden in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg gewechselte Marvin Stefaniak aus Hoyerswerda kommt?

Entstanden ist eine Landkarte der Lausitzer Fußballhelden. Die ist womöglich nicht vollzählig. Dennoch ist ein interessanter Überblick entstanden: Cottbus, Senftenberg und Hoyerswerda haben die meisten Kicker hervorgebracht. Im Spreewald hingegen ist die Fußballhelden-Dichte überschaubar, ebenso im Elbe-Elster-Kreis. Dort halten die Champions-League-Siegerin Peggy Nietgen aus Tröbitz und eben der Falkenberger Robert Zickert das Fähnchen hoch.

Apropos, bei Zickert hofft man ja in Falkenberg, dass der verlorene Sohn eines Tages zurückkehrt und den Kreisoberligisten noch mal in höhere Gefilde schießt. Der 27-Jährige erklärte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "So weit kann ich noch nicht in die Zukunft blicken. Aber ich bin sehr heimatverbunden und kann mir das gut vorstellen. Mein Wunsch ist es ja, noch mal mit meinem Bruder Sascha zusammen zu spielen." Das klingt nach einem Happyend für die Geschichte über die "verlorenen Söhne".

Diese Landkarte der Lausitzer Fußballhelden entstand unter der Mithilfe von Steven Wiesner, Mirjam Danke, Sven Hering, Frank Noack, Georg Zielonkowski, Frank Lyttko, Steffen Beyer, Jürgen Sünder, Marco Kloss, Sven Bock, Jens Petrack und vieler anderer Fußballfans aus der Region.

Zum Thema:
Unsere Landkarte der Lausitzer Fußballhelden ist möglicherweise unvollständig. Kennen Sie noch einen weiteren Spieler, der in unser Suchprofil passt? Also einen Akteur, der bei einem Verein in der Lausitz begonnen hat und aktuell innerhalb der ersten vier deutschen Ligen oder im Ausland aktiv Fußball spielt? Bitte schreiben Sie uns per Mail an sport@lr-online.de mit dem Betreff "Lausitzer Fußballhelden".