ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 21:16 Uhr

Kommentar zur Fußball-WM
Kritik am DFB-Team wird missbraucht

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: LR / Sebastian Schubert
Es ist unsäglich, wie die deutsche Nationalelf attackiert wird – gerade so, als ob sie in die Regionalliga abgestiegen wäre. Klar, die WM-Niederlage gegen Mexiko tat weh.

Aber ein Hinweis für alle Teilzeit-Fans, die nur bei großen Turnieren Fußball schauen: Es gibt Spiele, die laufen einfach so. Die Führungsspieler nicht in Topform, die Taktik nicht optimal und der Gegner nicht ganz blind – da verliert selbst der Weltmeister mal mit 0:1.

Wirklich fürchterlich finde ich, dass nun einige Mitmenschen die durchaus berechtigte sportliche Kritik für ihre fremdenfeindliche Agenda missbrauchen. Dass Lothar Matthäus auf der Titelseite der „Bild“-Zeitung sogar behaupten darf, dass der türkisch-stämmige Mesut Özil sich im DFB-Trikot nicht wohl fühle, und dafür viel Applaus in der rechten Ecke einsammelt, ist schlichtweg erschütternd. Wer denkt, dass ein Weltmeister jedes Spiel gewinnen muss, hat möglicherweise ein Defizit beim Fußballsachverstand. Wer jedoch glaubt, dass die Herkunft eines Spielers dafür entscheidend ist, ob der Ball ins Tor geht – der hat ganz andere menschliche Defizite.