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Krisenklubs hoffen auf die Wende

Bei der 1:5-Pleite von RB Leipzig gegen Amsterdam eilen Heiko Westermann (r.) und Nick Viergever dem verletzten Davie Selke zu Hilfe.
Bei der 1:5-Pleite von RB Leipzig gegen Amsterdam eilen Heiko Westermann (r.) und Nick Viergever dem verletzten Davie Selke zu Hilfe. FOTO: dpa
Düsseldorf. Die 18 Clubs bereiten sich auf die Rückrunde der Fußball-Bundesliga in Wintertrainingslagern und mit Testspielen vor. Noch läuft nicht alles rund: So erhielt der Überraschungszweite RB Leipzig beim 1:5 gegen Ajax Amsterdam einen herben Dämpfer. Andreas Schirmer

Die Krisenvereine der Bundesliga hoffen mit neuem Führungspersonal, Trainern und Spielern auf die Wende. Die Topclubs wollen in den Wintertrainingslagern die Akkus für den Kampf um Titel und Europacupplätze in der zweiten Halbserie aufladen. Allerdings läuft längst nicht alles rund. Einen Testspiel-Fehlstart erlebte Bayern-Verfolger RB Leipzig mit einer 1:5 (0:3)-Pleite im portugiesischen Ferreiras gegen Ajax Amsterdam.

"Was mir nicht gefallen hat, war, dass wir uns einfach ergeben und Tore selbst geschossen haben", kritisierte Leipzigs Chefcoach Ralph Hasenhüttl den Auftritt gegen Amsterdam. Ist dies schon das Ende der Herrlichkeit beim Überraschungszweiten? "Man sollte es nicht zu hoch hängen, aber die Fehler müssen angesprochen werden", meinte der RB-Coach.

Vergnügt startete der Liga-Dritte Hertha BSC mit einem "Spaßtraining" ins Trainingscamp auf Mallorca. Dort wollen die Berliner die Basis für eine erfolgreiche Rückrunde legen. "Wir werden taktisch arbeiteten und unser Offensivspiel trainieren", erklärte Coach Pal Dardai.

Korrigieren will Borussia Dortmund das Abschneiden in den ersten 16 Hinrundenpartien, nach denen der BVB mit zwölf Punkten Rückstand auf die Bayern nur auf Platz sechs liegt. Mit einer starken Leistung beim 4:1 im Testspiel gegen den niederländischen Ehrendivisionär PSV Eindhoven im spanischen La Línea de la Concepción demonstrierten die Westfalen ihren Willen dazu. Mehr noch als der Erfolg beschäftigte den BVB die Diskussion um die Kapitänsfrage. Wird Marco Reus den Amtsinhaber Marcel Schmelzer ablösen? "Für mich ist das keine große Debatte", sagte Borussia-Trainer Thomas Tuchel.

Ganz andere Probleme haben die im Tabellenkeller steckenden Clubs. Beim Liga-Zwölften VfL Wolfsburg soll Jungmanager Olaf Rebbe (38) den Club wieder auf Kurs bringen. Am Sonntag wurde er offiziell zum Sportchef und Nachfolger von Klaus Allofs befördert. "Wir sind überzeugt, dass Olaf Rebbe die beste Lösung für den VfL Wolfsburg ist", erklärte Vereinschef Wolfgang Hotze in La Manga/Spanien. Einen Tag zuvor konnte er beim 1:2 gegen den niederländischen Erstligisten SC Heerenveen sehen, woran es auch mit Neuzugang Yunus Malli hapert.

Der in Wolfsburg beurlaubte Dieter Hecking versucht nun, Borussia Mönchengladbach wieder auf Vordermann zu bringen. "Die Mannschaft zieht sehr gut mit", befand Hecking nach den ersten Tagen in Marbella. "Da muss man den einen oder anderen eher bremsen. Es ist eine sehr willige Mannschaft." Zufrieden sind aber auch die Spieler mit dem neuen Coach. "Ich habe einen positiven fachlichen und menschlichen Eindruck von ihm. Eine sehr gute Entscheidung", sagte Weltmeister Christoph Kramer.

Auch der Hamburger SV versucht, mit einer neuen Führungs crew die Krise zu überwinden. Nach Heribert Bruchhagen als Vorstandschef heuerte der HSV in Jens Todt einen Sportdirektor an. "Ich bin optimistisch, aber es wird weiter schwer werden", sagte Todt, der im Trainingslager in Dubai sein Amt antrat. Für Stabilität in der Abwehr soll Neuzugang Mergim Mavraj sorgen. Der Tabellen-16. kassierte nach Werder Bremen (34) bisher die meisten Gegentreffer (31). "Jetzt müssen wir anpacken und keine Angst vor der Aufgabe haben", sagte Mavraj.

Gut angekommen ist beim Tabellenletzten Darmstadt 98 der neue Trainer Torsten Frings, der im Trainingslager in Spanien oft mitkickte. "Er ist noch heiß drauf, mitzumachen", sagte Offensivakteur Marcel Heller. Der frühere Nationalspieler will die Hessen aber nicht nur physisch auf Vordermann bringen, sondern auch motivieren. "Er impft uns in jedem Gespräch ein, dass wir als Mannschaft in der Rückrunde viel erreichen können", berichtet Heller. "Wir freuen uns, dass wir so einen Trainer bekommen haben."