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| 02:41 Uhr

Krise? Welche Krise?

Ein Spiel wie ein Machtwort: Arjen Robben und die Bayern bejubeln den 5:1-Sieg.
Ein Spiel wie ein Machtwort: Arjen Robben und die Bayern bejubeln den 5:1-Sieg. FOTO: dpa
München. Am Morgen nach der Fünf-Tore-Gala gegen Arsenal standen die Fußballbosse des FC Bayern schon wieder in der Münchener Allianz-Arena und wirkten immer noch berauscht. "Ich bin total happy. Klaus Bergmann und Christian Kunz

Das war ein Abend zum Genießen", schwärmte Uli Hoeneß. Und an der Seite des Präsidenten hob Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das Signal hervor, das Deutschlands Branchenführer mit dem 5:1 (1:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League an die Konkurrenz aussenden konnte: "Es war ein wunderbares Spiel, das in die ganze Welt übertragen wurde."

Es war eine beeindruckende Botschaft der Stärke. Bei der Vorstellung der neuen Vereinsbotschafter Giovane Elber, Bixente Lizarazu und Hasan Salihamidzic, die als Profis 2001 am ersten Münchner Champions-League-Triumph beteiligt waren, in der Erlebniswelt des Bayern-Stadions kam beinahe zwangsläufig am Donnerstag die Vorstellung von einem neuen Champions-Jahrgang 2017 auf. Das mitreißende Torspektakel war ein Fußball-Machtwort der Triple-Helden von 2013 um Philipp Lahm, Arjen Robben und Manuel Neuer.

Zusammen mit den neu hinzugekommenen Ausnahmekönnern wie Supertorjäger Robert Lewandowski oder Fußballkünstler Thiago scheint die alte Garde gewillt und fähig, Europas Thron im Premierenjahr von Trainer Carlo Ancelotti am 3. Juni in Cardiff zum dritten Mal zu besteigen.

Das erste K.o.-Spiel war ein Erweckungserlebnis, das selbst die Münchner Stars in Wucht und Dimension verblüffte. "Ich bin jetzt siebeneinhalb Jahre hier. Und immer, wenn es drauf ankam, waren wir da. Aber ich bin überrascht, dass es so gut war. Das hätte ich nie gedacht", erklärte Robben.

Von "fantastischem Fußball" schwärmte Ancelotti: "Vielleicht war es die beste Leistung bislang." Wie schon beim 3:0 im Liga-Gipfel gegen Leipzig kurz vor Weihnachten blühte das Bayern-Ensemble spielerisch im richtigen Moment auf. "Man hat gesehen, die Mannschaft kann sich auf den Punkt konzentrieren", lobte Rummenigge. "Die Spieler wissen auch, wann es drauf ankommt", sagte Lahm. Topleistung auf Knopfdruck? Kein Problem. "Wir haben mal wieder so gespielt, wie wir uns das vorstellen", erklärte Lahm.

Der Sieg trug die Handschrift des Trainers. Ancelotti hatte auch in den spielerisch zähen Anfangswochen des Jahres fast stoisch in sich geruht. Er ist ein Auf-den-Punkt-Trainer. Der Italiener rechtfertigte seinen Nimbus als Königsklassen-Spezialist. Die Bosse rühmten den 57-Jährigen. "Carlo ist ein fantastischer Trainer, der nachgewiesen hat, aus einzelnen Spielern Mannschaften zu formen", sagte Hoeneß. "Wir wären ja verrückt, wenn wir hier unruhig auf unserem Hintern hin- und herwackeln, weil wir vielleicht mal in Bremen oder Freiburg nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben", verkündete Rummenigge.

Die Diskussionen der vergangenen Wochen seien "ein Stück weit absurd und auch typisch deutsch" gewesen, bemerkte der Vorstandsvositzende. Kleinlich wäre angesichts der Münchner Gesamtleistung auch die Betonung der kurzen Wackelphase rund um den im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter von Alexis Sanchez zum 1:1. Die grandiose Offensivleistung mit den tollen Toren von Robben, Lewandowski, zweimal Thiago und Thomas Müller überstrahlte die Momente fehlender Souveränität. "Nach so einem Abend darf man nicht kritisch sein, weil das, was wir geleistet haben, war überragend", verkündete Robben.

"Das 5:1 sollte reichen", urteilte Lahm mit Blick auf das Rückspiel. Den London-Ausflug Anfang März ersparte sich der Kapitän persönlich mit seiner Gelben Karte kurz vor Schluss. Und auch für Ancelotti scheint die Partie bei Arsenal lediglich Formsache zu sein. "Es gibt noch ein Rückspiel - leider", bemerkte der Coach.