| 02:40 Uhr

Krieschow stößt erstmals an Grenzen

"Der Klassenerhalt ist absolut greifbar": Trotz des Null-Punkte-Starts glaubt Krieschow-Trainer Toni Lempke an seine Mannschaft.
"Der Klassenerhalt ist absolut greifbar": Trotz des Null-Punkte-Starts glaubt Krieschow-Trainer Toni Lempke an seine Mannschaft. FOTO: Steffen Beyer/sby1
Krieschow. Der Fußball-Oberliga-Neuling hat nach vier Spielen noch keinen Punkt. Woran liegt's und was bedeutet das? Drei Thesen zum Albtraum-Start. Roland Scheumeister und Steven Wiesner

(rsm1) Fußball-Oberligist VfB Krieschow hat einen Albtraum-Start hingelegt. Nach vier Spieltagen findet sich der Aufsteiger, der in den vergangenen Jahren nur den Weg nach oben kannte, auf dem letzten Tabellenplatz wieder - ohne Punkt, dafür aber mit den ligaweit meisten Gegentreffern (15). Die RUNDSCHAU hat vor dem nächsten Spiel an diesem Sonntag (14 Uhr) beim VfL Halle drei (provokante) Thesen aufgestellt.

Krieschow hat noch kein Oberliga-Niveau!

Der VfB Krieschow hat eine rasante Reise hinter sich. Vor zehn Jahren spielten die Kolkwitzer noch in der 1. Kreisklasse. Auch drei Aufstiege in den vergangenen fünf Jahren haben dafür gesorgt, dass in dem 500-Einwohner-Dorf nun die zweithöchste Lausitzer Fußball-Mannschaft hinter Energie Cottbus spielt. Bislang hat die Mannschaft ihre Oberliga-Tauglichkeit aber nicht nachweisen können. VfB-Manager Christoph Lehmann widerspricht dem nicht. "Wir haben die Tauglichkeit natürlich nicht erreicht - und das können wir auch gar nicht erreicht haben." Selbstbewusster äußert sich Trainer Toni Lempke: "Wir haben das Niveau, wir haben nur noch keine 100 Prozent abgeliefert."

Krieschow hat die Kaderplanung unterschätzt und zu wenig Erfahrung dazugeholt!

Das "Projekt Krieschow" stößt erstmals an Grenzen. Und das ist auch normal. Denn nicht nur der Verein, sondern auch der Großteil der Spieler betritt in der Oberliga absolutes Neuland. Das weiß auch Toni Lempke, der vorrechnet: "Mit Andy Hebler, Martin Dahm, Markus Kaiser und Fritz Pflug haben nur vier Spieler in unserem Kader schon mal höher gespielt - alle anderen müssen sich erst in die Liga reinkämpfen." Die Zeit will der Verein seinen Spieler aber geben. Dafür wirbt auch Manager Lehmann: "Wir haben Spieler dabei, die uns seit der Landesklasse begleiten und auf die sind wir sehr stolz. Es war immer unsere Philosophie, dass die Jungs, die sich die Aufstiege erarbeitet haben, auch den Erfolg mitnehmen können." Laut Lehmann habe der Club nur zwei Möglichkeiten: "Entweder wir schicken die Jungs nach Hause und kaufen uns zwölf Oberliga-Spieler, dann haben wir sofort Oberliga-Niveau. Oder wir lassen unsere Jungs laufen und erarbeiten uns auch in der nächsten Liga wieder die Lorbeeren."

Für Krieschow ist der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt!

Null Punkte, 15 Gegentreffer und Letzter - nicht mal Blau-Gelb Laubsdorf, das 2012/13 chancenlos wieder abstieg, ist seinerzeit so schlecht gestartet. Trotzdem darf man eine Mannschaft nach nur vier Spielen nicht abschreiben. "Das Ziel ist absolut greifbar", sagt Lempke. Auch weil noch 78 Punkte zu vergeben sind. Lehmann erinnert daran: "Wir waren auch in der Brandenburg-Liga schon mal Letzter, haben aber immer die richtigen Antworten gefunden."