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Kriegt Fifa-Boss Infantino eine Mehrheit für seine Mammut-WM?

Große Gesten, große Pläne: Fifa-Präsident Gianni Infantino schlägt eine WM mit fast einem Viertel aller Fifa-Nationen vor – die Meinungen darüber dürften geteilt sein.
Große Gesten, große Pläne: Fifa-Präsident Gianni Infantino schlägt eine WM mit fast einem Viertel aller Fifa-Nationen vor – die Meinungen darüber dürften geteilt sein. FOTO: dpa
Bogota. 32 sind nicht genug: Gianni Infantino träumt von einer Fußball-WM in zehn Jahren mit 48 Teams. Der Fifa-Boss will damit kleine Nationen glücklich machen – und noch mehr Geld scheffeln. Der Vorschlag birgt viel Zündstoff. dpa/jal

48 Teams statt 32, eine K.o.-Runde gleich zu Beginn und ein gewaltiger Extra-Aufwand für das Ausrichterland: Fifa-Chef Gianni Infantino hat mit seinem für Aufsehen gesorgt. Der Präsident des Weltverbandes will ab 2026 nicht weniger als 48 Mannschaften bei einer WM dabei haben, wie er bei einer Rede in Bogotá verkündete. Das sind sogar noch mehr als die 40 Länder in seinen einstigen Überlegungen, die dem Schweizer im Februar 2016 zum Sieg bei der Präsidenten-Wahl verhalfen - und für Empörung bei den großen europäischen Ligen und Nationen sorgten.

Der Vorstoß Infantinos birgt nun wieder Zündstoff vor der anstehenden Sitzung des Fifa-Councils nächste Woche in Zürich. Während nämlich Länder wie Deutschland oder England wieder stöhnen dürften, sehen kleinere Nationen ihre Chancen auf eine Teilnahme am wichtigsten Fußball-Turnier steigen.

Aus den Überlegungen macht Infantino keinen Hehl. "Mehr Länder und Regionen in der ganzen Welt wären dann glücklich", sagte er in einer Universität in Kolumbien. Und die TV-Einnahmen - also Einnahmen für die Fifa - würden steigen.

Den Modus einer derartigen Mammut-WM stellt sich Infantino so vor: 32 Mannschaften spielen zunächst in einer Playoff-Runde gegeneinander. Die Verlierer treten nach nur einem Spiel wieder die Heimreise an. Die siegreichen 16 Teams werden mit 16 gesetzten Nationen auf acht Gruppen verteilt, von wo es im derzeitigen Modus mit Gruppenspielen und K.o.-Duellen weitergeht.

Am Ende wird der Weltmeister in 80 Partien ermittelt, das sind 16 mehr als etwa zuletzt in Brasilien. Es ist absehbar, dass Infantino die Aufstockung der WM als zentrales Thema für seine erste Amtszeit als Präsident sieht. Das könnte ihm 2019 die Wiederwahl sichern. Schon vor seiner Wahl zum Nachfolger von Joseph Blatter Anfang dieses Jahres hatte er mit dem Versprechen einer Erhöhung auf 40 WM-Starter gepunktet - nur um angeblich jetzt erst zu erkennen, dass so ein Turnier rechnerisch nicht aufgehe.

Problematisch scheint der neue Plan, der die Teilnahme von fast einem Viertel der aktuell 211 Fifa-Nationen vorsieht, in mehrerlei Hinsicht: Welches Ausrichterland kann 48 Teams beherbergen und jedem Unterkunft sowie Trainingsmöglichkeiten bieten? Anhand welcher Kriterien werden die 16 gesetzten Nationen bestimmt? Wie lässt sich ein derart aufgeblähtes Turnier in den internationalen Spielkalender einbauen? Welche Auswirkungen hat das auf Ligen und Vereine? Antworten darauf gibt es noch nicht.