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| 17:46 Uhr

Radsport
Kluge sucht sich neue Ziele nach Tour-Aus

Roger Kluge startete 2010 und 2014 bei der Tour.
Roger Kluge startete 2010 und 2014 bei der Tour. FOTO: imago/Sirotti / Fotoreporter Sirotti Stefano
Cottbus. Radprofi Roger Kluge aus Cottbus bezieht Stellung zu seiner Nichtnominierung für die Tour de France. Sein Team hatte mit einer Plan-Änderung überrascht. In der RUNDSCHAU erklärt Kluge, wie er den Sommer plant. Von Frank Noack

Freier Sommer statt Spektakel bei der Tour de France: Radprofi Roger Kluge (32) aus Cottbus macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über seine Nichtnominierung für die Frankreich-Rundfahrt vom 7. bis 29. Juli. Das australische Team Mitchelton-Scott verzichtet bei der Tour 2018 auf seine Sprinter und setzt stattdessen komplett auf den Kletter-Spezialisten Adam Yates, der für eine gute Gesamtplatzierung sorgen soll. „Natürlich bin ich enttäuscht, weil das gesamte Jahr auf die Tour ausgerichtet war und auch meine Leistungen ordentlich waren. Aber es ist eine taktische Entscheidung meines Teams, die ich akzeptieren muss und natürlich auch akzeptiere“, sagt Kluge.

Der Cottbuser hatte auf seine dritte Tour-Teilnahme nach 2010 und 2014 gehofft. Vorgesehen war er als Anfahrer für Sprintstar Caleb Ewan. Doch genau wie Kluge fehlt auch Ewan im achtköpfigen Tour-­Kader von Mitchelton-Scott. „Der ursprüngliche Plan war es, das Tour-Team zwischen den Ambitionen für die Gesamtwertung und den Sprints aufzuteilen. Im Ergebnis der bisherigen Saison wird jedoch Adam Yates das Team als alleiniger Kapitän anführen. Die Mannschaft wird ihn mit dem Ziel unterstützen, in allen drei Wochen Ergebnisse zu erzielen“, teilt Mitchelton-Scott mit.

Möglicher Hintergrund für die überraschende Planänderung des Teams: Der Sprintzug von Mitchelton-Scott hatte zuletzt zwar gut funktioniert, auf den letzten Metern wurde Caleb Ewan aber stets noch abgefangen, sodass die Chefs des australischen Rennstalls die Chancen in der Gesamtwertung wohl als größer erachten. „Ich wünsche dem Team um Adam Yates eine gute Tour, obwohl ich natürlich gern selbst Bestandteil gewesen wäre“, erklärt Kluge.

Der Cottbuser hatte sich zuletzt bei der Slowenien-Rundfahrt gezeigt, als er auf der anspruchsvollen 3. Etappe lange Zeit gemeinsam mit Marcel Kittel dem Feld enteilt war. Seinen größten Erfolg auf der Straße verbuchte Kluge im Jahr 2016, als er sich einen Etappensieg beim Giro d’Italia holte.

Immerhin hat der Tour-freie ­Sommer zumindest einen Vorteil: Roger Kluge kann in den kommenden Wochen mehr Zeit seiner Familie widmen. Und er wird bei den deutschen Meisterschaften auf der Straße am 1. Juli in Einhausen sowie auf der Bahn vom 11. bis 15. Juli in Dudenhofen an den Start gehen. Bei der Bahn-DM will Kluge wie angekündigt im Brandenburg-Vierer mit Sprinter Maximilian Levy fahren.