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| 16:56 Uhr

Bahnrad-Weltmeisterschaft in Polen
Cottbuser Kluge sorgt für goldenen WM-Abschluss

 Das ist ja ein Ding: Roger Kluge kam erst kurz vor dem Start in Polen an.
Das ist ja ein Ding: Roger Kluge kam erst kurz vor dem Start in Polen an. FOTO: AFP / JANEK SKARZYNSKI
Pruszkow. Die Titelverteidiger Roger Kluge/Theo Reinhardt gewinnen erneut im Madison. Dabei gehen sie am letzten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaft in Pruszkow mit einem Nachteil an den Start. Emma Hinze aus Cottbus ist dagegen mit dem Abschluss nicht zufrieden.

Roger Kluge tauschte die arabische Wüstensonne gegen das Grau des Warschauer Spätwinters – und griff ohne Umwege zum Regenbogentrikot. Der Radprofi aus Cottbus hat trotz Reisestrapazen und einer kurzen Eingewöhnungszeit für das erste deutsche Gold bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Polen gesorgt. An der Seite von Theo Reinhardt siegte Kluge am Sonntag im Zweier-Mannschaftszeitfahren und bescherte dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) einen glanzvollen Abschluss der Titelkämpfe.

Dabei waren die Titelverteidiger  mit einem Nachteil angetreten. Kluge reiste erst am Sonntag­morgen von der UAE Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten an, wo er auf der Straße für das Team Lotto-Soudal gefahren war. Zwischen der Landung am Flughafen Warschau-Chopin mit Emirates-Flug EK 179 und dem Start des Rennens um 15.07 Uhr lagen nur rund dreieinhalb Stunden. "Ich bin froh, dass es funktioniert hat. Es war ein großartiger Tag", sagte Kluge.

Das fehlende Training machte sich auf der Bahn nicht bemerkbar, Kluge ließ keine Müdigkeit erkennen. Die anfängliche Zurückhaltung legte das Duo nach 50 Runden ab. Gemeinsam mit den Polen forcierten Kluge/Reinhardt eine Attacke und wurden 25 Runden später mit dem ersten von drei Rundengewinnen und 20 Zählern belohnt. Im weiteren Rennverlauf blieben Kluge und Reinhardt aktiv und sammelten in den Zwischensprints weitere Punkte. In der Schlussphase geriet das BDR-Team durch die Dänen unter Druck, mit dem letzten Rundengewinn fünf Runden vor Schluss war die Entscheidung aber gefallen.

Für den BDR war es die sechste Medaille bei den Titelkämpfen in Polen. Zuvor hatte die deutsche Auswahl zwei Mal Silber sowie drei Bronzemedaillen gewonnen. An die Bilanz des Vorjahres (4/0/2) kam der BDR nach dem tragischen Karriereende der zweimaligen Olympiasiegerin und elfmaligen Weltmeisterin Kristina Vogel aber nicht heran.

Unbefriedigend verlief der WM-Abschluss am Sonntag für die deutschen Sprinterinnen. Im Keirin schied die Teamsprint-Dritte Emma Hinze (Cottbus) bereits im Hoffnungslauf aus. "Ich habe morgens schon gemerkt, dass es schwer wird. Ich habe mich leer gefühlt", sagte Hinze: "Ich bin enttäuscht, aber ich muss das abhaken."

Roger Kluge holt erneut WM-Gold FOTO: dpa / Czarek Sokolowski