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| 01:00 Uhr

Klinsmann auf Pärchensuche im WM-Kader

Der Kampf um die Stammplätze in der Nationalmannschaft wird zwar erst in der direkten Turnier-Vorbereitung entschieden, aber die Zusammenstellung des 23-köpfigen Kaders ist schon vor dem Start ins WM-Jahr weitgehend geklärt. 36 Spieler hat der Bundestrainer in den 22 Länderspielen unter seiner Regie bislang getestet und dabei vor allem ein Motto konsequent verfolgt: Alt raus, jung rein. Von Klaus Bergmann <br> und Oliver Hartmann

Den Verjüngungsprozess hob Klinsmann darum auch bei seiner Jahresabschluss-Bilanz nach dem befreienden 0:0 in Paris gegen Frankreich besonders hervor: "Wir können zufrieden sein mit den letzten elf Monaten. Der Generationswechsel ist größtenteils gelungen."
Beim Kader plant Klinsmann weiterhin mit der Formel 3-8-8-4. Das heißt: Drei Torhüter, jeweils acht Abwehr- und Mittelfeldspieler sowie vier Stürmer. "Wir haben vom ersten Tag an gesagt, dass wir jede Position doppeln wollen. Da sind wir einen großen Schritt voran gekommen", bemerkte der Bundestrainer. Die drei Torhüter stehen mit Oliver Kahn, Jens Lehmann und Timo Hildebrand grundsätzlich fest, sofern es nach der Nummer-1-Entscheidung keinen freiwilligen Rückzug eines Schlussmannes gibt. Einen Rücktritt hatte Lehmann für seine Person angedeutet, wenn er im Duell mit Kahn unterliegen sollte.
In der Abwehr haben sich die Fronten nach Paris etwas deutlicher geklärt. Arne Friedrich geht als Nummer 1 auf Rechts ins WM-Jahr, Per Mertesacker ist als Dauerbrenner des Jahres im Zentrum gesetzt. Trotz der problematischen Reservistenrolle bei Chelsea London ist Robert Huth hinter Mertesacker Nummer 2 auf dieser Position.
Der 21 Jahre junge Abwehrchef Mertesacker machte sich nach dem Frankreich-Spiel für seinen gleichaltrigen Teamkollegen stark. "Robert und ich haben schon während des Confed-Cups gezeigt, dass wir gut zusammen spielen können." Klinsmann hofft nach wie vor auf den erneut verletzten Dortmunder Christoph Metzelder und hält vorläufig auch am Kölner Lukas Sinkiewicz fest. Nur noch Notnagel ist Christian Wörns, der praktisch das gesamte Jahr abgeschrieben war.

Platzhalter für Philipp Lahm
Auf der linken Abwehrseite hat sich der 20-jährige Marcell Jansen in Rekordtempo zum ersten Platzhalter für Philipp Lahm gemausert, dem Klinsmann trotz seiner langen Verletzungspause weiterhin "Priorität" einräumt. Rechts ist der Bremer Patrick Owomoyela momentan der zweite Mann hinter Friedrich, Andreas Hinkel könnte ihn noch bedrängen.
Im personell am besten bestückten Mittelfeld muss Thomas Hitzlsperger nach der gescheiterten Verwendung als Links-Verteidiger eine Ausbootung befürchten. Der Dortmunder Sebastian Kehl darf auch noch auf den achten Platz neben den gesetzten Ballack, Frings, Deisler, Schneider, Schweinsteiger, Ernst und Borowski hoffen. Vize-Weltmeister Dietmar Hamann wird dagegen wohl nur bei Verletzungen anderer Mittelfeld-Akteure noch einmal eine WM-Chance erhalten. Er könnte aber dann sogar noch von Confed-Cup-Teilnehmer Marco Engelhardt oder vom Bremer Frank Baumann überholt werden.
Im Angriff ist neben Lukas Podolski, Miroslav Klose und Kevin Kuranyi der vierte Platz für den Schalker Gerald Asamoah reserviert. Oliver Neuville, Mike Hanke oder Benjamin Lauth - sofern er in der Rückrunde beim Hamburger SV mit Toren durchstarten sollte - müssen darauf hoffen, dass Klinsmann bei der Heim-WM vielleicht doch fünf Angreifer nominiert. Ein Arne Friedrich könnte schließlich in der Abwehr auch als Innenverteidiger einspringen, ein Bernd Schneider kann im Mittelfeld rechts und links agieren.

Zum Thema Möglicher WM-Kader
 Die mögliche Doppelbesetzung der Feldspieler-Positionen im 4-4-2:
Abwehr: Rechts: Friedrich, Owomoyela - Chancen: Hinkel; Innen: Mertesacker, Sinkiewicz (rechts); Huth, Metzelder (links) - Chancen: Wörns; Links: Lahm, Jansen - Chancen: Schulz
Rechts: Deisler, Schneider - Chancen: Freier; Zentral: Frings, Ballack; Ernst, Borowski - Chancen: Kehl; Links: Schweinsteiger, Hitzlsperger - Chancen: Engelhardt
Klose, Podolski; Asamoah, Kuranyi - Chancen: Neuville, Hanke