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| 11:22 Uhr

Radsport
Kleine Zeitenwende beim RK Endspurt Cottbus

Eberhard Pöschke gehört nicht mehr zum neuen Vorstand des RK Endspurt Cottbus. Die Fäden behält er aber (noch) in der Hand. Archivfoto: Koziol
Eberhard Pöschke gehört nicht mehr zum neuen Vorstand des RK Endspurt Cottbus. Die Fäden behält er aber (noch) in der Hand. Archivfoto: Koziol FOTO: Johannes Koziol
Cottbus. Beim RK Endspurt Cottbus hat es eine kleine Zeitenwende gegeben. Die Ära von Radsport-Legende Eberhard Pöschke im Vorstand ist vorbei. Der 83-Jährige gibt sein Amt ab – behält aber die Fäden im Verein noch in der Hand. Für frischen Wind sollen zwei Spitzensportler sorgen.

Von Jan Lehmann

Beim RK Endspurt Cottbus 09 ist eine Ära zu Ende gegangen. Erstmals seit der Neugründung des historischen Vereins im Jahr 1996 hat der Radsportklub nun einen neuen Vorstand, zu dem nicht Eberhard Pöschke gehört. Die Cottbuser Radsport-Legende, die in wenigen Tagen 84 Jahre alt wird, legte bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend das Amt des 2. Vorsitzenden ab. Pöschke betonte allerdings am Donnerstag: „Ich bleibe Geschäftsführer und behalte dort die Fäden weiter in den Händen. Die lasse ich dann langsam los, wenn die Jüngeren im Verein richtig laufen gelernt haben.“

Der Sieg bei der deutschen Straßenrad-Meisterschaft im Jahr 2009 war der größte Erfolg für Martin Reimer. Foto: dpa
Der Sieg bei der deutschen Straßenrad-Meisterschaft im Jahr 2009 war der größte Erfolg für Martin Reimer. Foto: dpa FOTO: Michael Hanschke / DPA

Als Zeichen für die Verjüngung des Vereins und die Ausrichtung in die sportliche Zukunft übernahm der ehemalige deutsche Straßenrad-Meister Martin Reimer Pöschkes Position im Vorstand. Reimer hatte 2015 seine Karriere beendet und arbeitet inzwischen als Vermögensberater in Cottbus. Der 30-Jährige erklärte am Donnerstag gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich bin dem Verein sehr verbunden, dort habe ich die Werte für mein Leben mit auf den Weg bekommen. Ich habe dem Radsport viel zu verdanken und möchte nun auf dieser Position etwas dafür tun, dass der Verein erhalten bleibt. Für uns ist wichtig, dass wir neuen Nachwuchs gewinnen und das Ziel sollte es auch sein, künftig wieder Spitzensportler zu formen.“ Die Fußstapfen von Eberhard Pöschke bezeichnet Reimer als „riesengroß“. Er berichtet: „Ich habe mit Herrn Pöschke zuvor mehrere Mal zusammengesessen. Er ist die Koryphäe im Cottbuser Radsport, hat den SC Cottbus mitgegründet und den RK Endspurt wieder gegründet. Für mich ist es der Hammer, dass Herr Pöschke mir dieses Vertrauen gibt.“

Pöschke wird weiter als Geschäftsführer des RK Endspurt aktiv im Vereinsleben mitmischen, der Vorstand hat ihm die Unterschriftsberechtigung und damit auch die Hauptverantwortung übertragen. Der 83-Jährige erklärte: „Ich mache so lange weiter, wie ich Lust dazu habe.“ Mit der Entwicklung des Vereins ist er zufrieden: „Die Jedermänner und auch die Senioren laufen sehr gut. Diese Mitglieder tragen auch den Verein. Wir müssen uns im Nachwuchs engagieren, da gibt es für die jungen Leute im Vorstand viel zu tun.“ Der 1. Vorsitzende des Vereins bleibt weiterhin Bernd Mildner, der diese Position seit 2014 innehat. Michael Voigt als Kassenwart sowie Rudi Golumbowski, Ingo Parton und Ullrich Jahnke gehören ebenfalls der gewählten Führungsrunde an.

Stefan Schäfer soll beim RK Endspurt nun den Rennsport koordinieren. Der 31-Jährige holte zuletzt bei der Bahn-EM in Berlin Bronze bei den Stehern. Foto: Hammerschmidt
Stefan Schäfer soll beim RK Endspurt nun den Rennsport koordinieren. Der 31-Jährige holte zuletzt bei der Bahn-EM in Berlin Bronze bei den Stehern. Foto: Hammerschmidt FOTO: Frank Hammerschmidt

Neu im Vorstand des RK Endspurt ist auch der ehemalige Steher-Europameister Stefan Schäfer. Der 32-Jährige ist künftig für den Rennsport verantwortlich. Schäfer hatte im vergangenen für einigen Wirbel im Cottbuser Radsport gesorgt, als er gemeinsam mit Nico Heßlich vom RSC Cottbus die Neugründung des Vereins „Windschatten e.V.“ bekanntgegeben hatte.

Der wichtigste Termin sind dabei für die Endspurtler die International Cycling Days vom 8. bis 10. Juni auf der Cottbuser Radrennbahn. Via „Facebook“ erklärten sie, dass sie mit dieser Veranstaltung „langfristig Radsport auf Weltniveau in unser Radstadion bringen“ wollen.

Dabei wird auch Eberhard Pöschke als Ideengeber und Leiter für diese Veranstaltung weiterhin mit aktiv sein. Er berichtete: „Wir haben die Patronate für die Teams so gut wie alle gesichert und werden ein starkes Starterfeld zusammenbekommen.“ Der ehemalige Erfolgstrainer und Veranstalter großer Bahnrennen in Cottbus hatte die Wiedergründung des Vereins im Jahr 1996 vorangetrieben. Den RK Endspurt gibt es seit 1909, nach dem Krieg kam der Rennsportbetrieb zum Erliegen. Der Radsport wurde danach in Cottbus vor allem durch den BSG Lok Cottbus und später den SC Cottbus sowie nach der Wende durch den RSC Cottbus in der Weltspitze etabliert.