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Kleine gegen große Lok – und kleiner gegen großer Bruder

Robert Zickert tritt mit dem 1. FC Lok Leipzig in seiner Heimatstadt Falkenberg an.
Robert Zickert tritt mit dem 1. FC Lok Leipzig in seiner Heimatstadt Falkenberg an. FOTO: Steffen Beyer
Falkenberg. Beim ESV Lok Falkenberg freut man sich auf das Gastspiel des Traditionsvereins 1. FC Lok Leipzig. Vor allem, weil dort ein echter Falkenberger mitspielt. Jan Lehmann

Der Kreisoberligist empfängt am Sonntag, 25. Juni (Anstoß 15 Uhr), den Traditionsclub Lok Leipzig aus der Regionalliga Nordost zum Freundschaftsspiel.

Und dann kehrt ebenfalls ein Sohn der Stadt zurück. Robert Zickert ist bei den Leipziger einer der Aufstiegshelden und aus der Innenverteidigung von Lok nicht mehr wegzudenken. Erst in dieser Woche hat er seinen Vertrag bei Lok bis 2020 verlängert. Zehn Jahre hatte Zickert in der Lausitzer Sportschule und beim FC Energie verbracht. war dann über Carl Zeiss Jena und SSV Markranstädt zum 1. FC Lok gekommen.

Das Fußballspielen hat der 27-Jährige aber eben bei seinem Heimatverein in Falkenberg gelernt. Und sein Bruder Sascha spielt immer noch beim ESV.

Also: Das Duell kleine Lok gegen große Lok ist auch das Duell kleiner Bruder gegen großer Bruder. Robert Zickert sagt: "Ich freue mich rieisg auf dieses Spiel. Ich bin sehr heimatverbunden und möchte damit auch ein bisschen was dem Verein zurückgeben. Man sollte nie vergessen, wo man herkommt."

Zickert hat seinen Anteil daran, dass der Traditionsclub aus der Messestadt für dieses Spiel nach Falkenberg kommt. Und dort am Eisenbahnknotenpunkt haben die Leipziger, die es einst bis ins Europapokalfinale geschafft hatten, noch viele Fans - erst recht, seitdem Robert dort spielt. In Falkenberg rechnet man mit einer stolzen Kulisse, der Verein arbeitet seit Wochen mit viel Fleiß und ehrenamtlichen Engagement an den Vorbereitungen für dieses Großereignis.

Für die Leipziger indes beginnt in Falkenberg die Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison. Können sie ein Konkurrent für den FC Energie im Kampf um den Staffelsieg sein? Robert Zickert wiegelt ab: "Der Verein hat zwar eine sehr große Tradition. Trotzdem können wir nur kleine Schritte gehen." Er beschreibt, dass in seiner Mannschaft im Gegensatz zum Vollprofitum bei Energie alle Spieler Jobs haben. Er selbst hat schon ein Fernstudium in Sportmanagement abgeschlossen und macht gerade eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. "Ich bin von 8 bis 16 Uhr auf Arbeit, danach ist Training und am Wochenende dann Spiel. Das ist ganz schön anstrengend", sagt der Falkenberger.

Und dennoch fühlt er sich in Leipzig und bei Lok extrem wohl. Er erklärt: "Ich habe mit dem Wechsel nach Leizpig alles richtig gemacht. Heiko Scholz ist der beste Trainer, unter dem ich bisher gespielt habe." Der ehemalige Profi habe viel Erfahrung und sei mit seinen Spielern auf einer Wellenlänge. Die Stimmung im Verein sei großartig, so Zickert. Er beschreibt: "Mit einem Club wie Lok - also mit den ganzen Fans und Traditionen - gegen Energie oder den BFC anzutreten, macht extrem viel Spaß. Jetzt kommt ja auch das Derby gegen Chemie Leipzig wieder dazu."

Doch bevor die großen Duelle anstehen, geht es am kommenden Sonntag erstmal gegen die kleine Lok aus Falkenberg. Und gegen den kleinen Bruder. Für Robert Zickert eine klare Sache? Der 27-Jährige verneint? "Ganz ehrlich, das sage ich immer wieder: Sascha ist von uns beiden der bessere Fußballer. Ich hatte vielleicht etwas mehr Ehrgeiz. Und ich hatte das Glück, dass ich in Cottbus schnell vom Offensivmann zum Abwehrspieler umfunktioniert wurde. Da haben mir Trainer wie Jens Melzig einiges beigebracht."