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Kein Vorbeikommen an Hamilton

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feierte am Sonntag in Spa seinen 58. Sieg im 200. Formel-1-Rennen. Den Pole-Position-Rekord holte er sich außerdem.
Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feierte am Sonntag in Spa seinen 58. Sieg im 200. Formel-1-Rennen. Den Pole-Position-Rekord holte er sich außerdem. FOTO: dpa
Spa-Francorchamps. Auch das erste Formel-1-Rennen nach der Sommerpause war ein Duell zwischen Vettel und seinem Mercedes-Rivalen. Der deutsche WM-Spitzenreiter probierte in Spa zwar alles, doch der Brite gewann zum Jubiläum. Jens Marx

Der Frust über den verpassten Sieg zur Krönung seiner Vertragsverlängerung mit Ferrari verflog schnell bei Sebastian Vettel. Knapp gratulierte er Lewis Hamilton, dem neuen Mitinhaber des Pole-Position-Rekords und überlegenen Sieger des Großen Preises von Belgien, dann machte sich Vettel Mut für das nächste packende Formel-1-Duell mit dem britischen WM-Verfolger von Mercedes beim Ferrari-Heimspiel in Monza. "Wir haben einen großen Schritt gemacht. Von jetzt an gibt es keine Strecke mehr, auf der wir Angst haben müssen", meinte Vettel.

Einen Tag nach der Unterschrift unter einen neuen Dreijahresvertrag bis Ende 2020 bei der Scuderia war der Hesse trotz aller Bemühungen am Sonntag auf dem Kurs in Spa-Francorchamps nicht an Hamilton vorbeigekommen. Nachdem Vettel sich mit einem Sieg in Ungarn in die Sommerpause verabschiedet hatte, bleibt es dabei: Noch nie in dieser Saison gelangen einem Fahrer zwei Siege nachein ander.

Denn auf der Ardennen-Achterbahn versüßte sich Hamilton sein 200. Formel-1-Rennen mit dem 58. Sieg seiner Karriere, nachdem er am Samstag bereits den Rekord von 68 Pole Positionen von Michael Schumacher eingestellt hatte. "Lewis ist das gesamte Wochenende fantastisch gefahren", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

In der WM-Wertung verkürzte Hamilton mit seinem fünften Saisonsieg - gegenüber vier von Vettel - den Rückstand auf sieben Punkte auf den Deutschen. "Ich wusste, dass ich liefern würde. Und das habe ich gemacht", sagte Hamilton. Nicht nur seine Worte klangen so entschlossen. Die Freude nach seiner fehlerlosen Fahrt zum Sieg fiel eher auch verhalten und nach innen aus.

Dritter beim Auftakt in den entscheidenden Saisonabschnitt wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull. Der Australier profitierte in der Schlussphase von einem Safety-Car-Einsatz und ließ beim spektakulärsten Manöver des Rennens Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und den WM-Dritten Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil hinter sich. Nico Hülkenberg überzeugte als starker Sechster im Renault. Für Pascal Wehrlein kam es dagegen knüppeldick: Seine Zukunft bei Sauber ist ohnehin äußerst fraglich, dann schied er wegen eines Defekts auch noch nach wenigen Runden aus.

Emotional war es aus deutscher Sicht schon vor dem Start geworden. 25 Jahre nach Michael Schumachers erstem von letztlich 91 Grand-Prix-Siegen durfte Sohn Mick eine Runde allein auf dem Kurs drehen. Der 18-Jährige fuhr den Weltmeister-Benetton von 1994. "Es war mega", sagte er.

Nur zu gern hätte Vettel gerade an diesem für sein Vorbild Michael Schumacher so bedeutungsvollen Ort den Sieg im Ferrari geholt. "Ich habe die ganze Zeit auf einen Fehler von Lewis gewartet, er hat aber keinen gemacht", sagte der Hesse.