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Kein Titel für Charlie Brown und sein Team – zum Glück

Ob Silvia Neid erleichtert ist? Ein ganz klein wenig vielleicht. Zumindest heimlich.

Man stelle sich nur mal vor, die dreimalige Welttrainerin, welche die deutschen Fußball-Damen bis zum Olympiasieg geführt hat, hätte am Ende dieser Europameisterschaft das Unvorstellbare kommentieren müssen - den EM-Titel einer völlig neu zusammengewürfelten Mannschaft, angeleitet von einer Trainer-Novizin, die ihren Spielerinnen Namen wie Robin Hood, Bart Simpson oder Tarzan verpasst hat. Und die in der Vorrunde einer EM alle mal irgendwo irgendwie spielen lässt, auf dass sich große Harmonie im Team breit mache und man sich irgendwie schon durchmogeln würde durch dieses Turnier. Wenn das von Erfolg gekrönt gewesen wäre, hätte sich Silvia Neid nach all ihren Erfolgen als langjährige Bundestrainerin eingestehen müssen, dass es auch mit auffälligen Glücksbringer-Blusen statt Fachwissen und Autorität geht.

Es sollte also in Ordnung sein, ob des Ausscheidens der deutschen Frauen erleichtert zu sein.

Steffi Jones will jetzt alles "tiefgründig analysieren". Ein guter Plan. Dabei wird ihr hoffentlich auch einleuchten, dass ihr selbst gewählter Spitzname Charlie Brown (der ewige Verlierer) auf dem Weg zu Titeln vielleicht nicht die cleverste Wahl war.