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Kein Platz für Prinzipien

Mark Twain hat viele kluge Dinge in seinem Leben von sich gegeben. Ein Ausspruch, mit dem der frühere Schriftsteller sich und seine Mitmenschen vorgeführt hat, war dieser hier: "Wir lieben die Menschen, die frisch heraussagen, was sie denken – falls sie das gleiche denken wie wir.

" Wie weise dieser Gedanke war, zeigt sich nun auch in der Posse um den amerikanischen Footballspieler Colin Kaepernick. Weil dieser seine Prinzipien verteidigt und sich auch nicht scheut, damit zu polarisieren, darf er plötzlich nicht mehr mitspielen. Ein Trauerspiel. Dabei müsste man Sportlern, die nicht mehr nur von Spiel zu Spiel, sondern auch mal über inhaltsreiche Sachverhalte abseits des Spielfeldes nachdenken, doch eigentlich einen Orden verleihen. Solch wohltuende Exoten sind sie in diesem oft eindimensionalen Geschäft. Anscheinend aber darf man im Sport für alles Werbung machen von der Getränkedose bis zum Wettanbieter - nur nicht für Sozialkritik. Die NFL und der Sport im Allgemeinen verpassen es damit, ein Zeichen zu setzen. Colin Kaepernick auf dem Transfermarkt zu ignorieren, ist jedenfalls das falsche Zeichen,