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Kehrtwende am Lausitzring: Erste Gespräche zur Superbike-WM 2018

30 000 Zuschauer sahen am zurückliegenden Wochenende den deutschen Lauf zur Superbike-WM am Lausitzring.
30 000 Zuschauer sahen am zurückliegenden Wochenende den deutschen Lauf zur Superbike-WM am Lausitzring. FOTO: WorldSBK
Klettwitz. Das Motorrad-Spektakel hat in Klettwitz womöglich doch eine Zukunft. Eine wichtige Rolle hat der ADAC Berlin-Brandenburg. Dort herrscht nun vorsichtiger Optimismus. Jan Lehmann

Die Meldung des Online-Portals "Speedweek" kam überraschend: "Es gibt eine Chance für die Superbike-WM 2018 am Lausitzring", hieß es dort am Donnerstag. Laut dem Fachmagazin habe es überraschende Gespräche zwischen den Verantwortlichen des neuen Lausitzring-Eigentümers Dekra und des WM-Promoters Dorna gegeben. Dorna-Direktor Daniel Carrera erklärte danach gegenüber "Speedweek": "Es gibt das gemeinsame Interesse, den Lausitzring und Deutschland im Kalender zu behalten. Die Dekra muss Unterstützung für die sportliche Ausrichtung und die finanzielle Absicherung des Events finden."

Diese Unterstützung könnte es vom Automobilclub ADAC Berlin-Brandenburg geben. Horst Seidel, Leiter Motorsport beim Landesverband, bestätigte gegenüber der RUNDSCHAU: "Es gab erste, sehr vernünftige Gespräche, nach denen wir vorsichtig optimistisch sind. Der Lausitzring ist unsere Heimstrecke, auch wenn wir nicht immer mit allem zufrieden waren. Aber wir möchten, dass es dort mit dem Motorsport weitergeht. Damit gehen wir auch offensiv um."

Allerdings, das betont Seidel, nicht um jeden Preis. Die Dekra will nur die Strecke vermieten, die Dorna benötigt einen Veranstalter, der den WM-Lauf ausrichtet und die Antrittsgebühr für das Motorrad-Spektakel bezahlt. Ein durchaus riskantes Unterfangen, wenngleich Seidel betont: "Mit 30 000 Zuschauern kamen in diesem Jahr ja fast dreimal so viele Gäste wie 2016. Das zeigt, dass es Entwicklungsmöglichkeiten gibt."

Und dennoch: Offen bleibt die Frage, ob der Lausitzring überhaupt für eine Motorsport-Zukunft fit gemacht wird. Die Probleme mit der veralteten Asphaltdecke sind bekannt. Bei Regen ist der Lausitzring gerade für die Motorrad-Piloten ein Graus.

Von der Dekra gab es dazu am Donnerstag auf RUNDSCHAU-Anfrage noch keine Antworten. ADAC-Motorsport-Leiter Horst Seidel indes erklärte: "Wir hoffen ein bisschen auf den motorsportlichen Enthu siasmus bei der Dekra, schließlich gibt es dort jahrelange Verbindungen." Seidel erwartet auch nicht, dass der neue Eigentümer, der den Ring zum Testzentrum für automatisiertes Fahren machen will, alles umbauen wird. Er betont: "Ich glaube nicht, dass es politisch gewollt sein kann, dort ausschließlich ein Testzentrum zu errichten. Wenn dort keine Rennsportveranstaltungen mehr stattfinden, verfällt die Rennstrecke."