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Kasper rast mit Frust ins italienische Heimspiel

Romy Kasper aus Forst.
Romy Kasper aus Forst. FOTO: Roth
Cottbus. Am vergangenen Samstag lag Romy Kasper noch mit Tränen in den Augen auf der Straße und ärgerte sich unmittelbar nach dem Zieleinlauf darüber, dass sie bei den deutschen Meisterschaften in Chemnitz als Vierte nur hauchdünn an einer Medaille vorbeigefahren ist. Jetzt will die 29 Jahre alte Forsterin diesen Frust in positive Energie umwandeln und sich erneut vorn im Peloton zeigen. Frank Noack

Kasper geht als eine von insgesamt drei Profiradsportlerinnen aus der Lausitz ab diesem Freitag beim Giro d'Italia Internazionale Femminile an den Start. Die wichtigste Rundfahrt bei den Damen über zehn Etappen nehmen außerdem die deutsche Zeitfahrmeisterin Trixi Worrack und sowie die Bronzemedaillengewinnerin Stephanie Pohl (beide Cottbus) in Angriff.

Romy Kasper geht mit einer Mischung aus Frust und Vorfreude in den Giro. In Chemnitz hatte sie sich zwar unmittelbar nach dem Rennen noch "sehr darüber ge ärgert, dass ich so knapp an einer Medaille vorbeigefahren bin". Doch kurz danach setzte sich bei der Studierenden-Weltmeisterin des vergangenen Jahres die Erkenntnis durch, dass die Form vor den anstehenden Höhepunkten der Frauen-Radsaison stimmt. Kurz nach dem Giro folgt dann bereits die Thüringen-Rundfahrt (12. bis 18. Juli).

Auf Romy Kasper warten jetzt also gleich zwei Heimspiele. Denn auch beim Giro steht sie diesmal ganz besonders im Blickpunkt, schließlich fährt die Forsterin jetzt für das italienische Team Ale Cipollini. "Mit einem italienischen Team den Giro zu fahren, ist natürlich etwas ganz Besonderes. Darauf freue ich mich total", betont sie.

Das Hauptaugenmerk der Mannschaft liegt auf den Sprintankünften, wo Kasper ihre schnellen Teamgefährtinnen Chloe Hosking und Marta Bastianelli auf dem letzten Kilometer in die bestmögliche Position bringen soll. Sie hofft darüber hinaus auch auf eine gute Tagesplatzierung für sich selbst. "Sicher habe ich auf den anderen Etappen auch mal freie Fahrt und werde versuchen, die richtige Gruppe zu erwischen."

Im vergangenen Jahr gewann die US-Amerikanerin Megan Guarnier aus Kaspers Ex-Team Boels-Dolmans die Rundfahrt. Sie gehört auch diesmal wieder zum Kreis der Favoriten. Gute Chancen auf den Gesamtsieg rechnet sich zudem das Cervelo-Bigla-Team von Stephanie Pohl aus. Die Fahrerin aus Kunersdorf bei Cottbus soll Kletterspezialistin Ashleigh Moolman-Pasio in den Bergen so gut wie möglich helfen. Auch bei den Sprints spielt sie eine wichtige Rolle. Bei der deutschen Meisterschaft hatte Pohl großen Anteil am Titelgewinn von Lisa Klein. Beim Giro ist sie als Anfahrerin für Lotta Lepistö eingeplant. "Ich habe überhaupt kein Problem mit dieser Helferrolle. Zumal meine Form gut ist", erklärt Stephanie Pohl.

Trixi Worrack aus Dissen bei Cottbus will nach der Verletzung im vergangenen Jahr den Giro zum Formaufbau nutzen. Ihr Team Canyon-SRAM gehört als vier facher Weltmeister beim Teamzeitfahren am Freitag zu den Anwärtern auf den ersten Tagessieg.

Zum Thema:
1. Etappe: Los geht es an diesem Freitag mit einem Mannschaftszeitfahren über 11,5 Kilometer.
5. Etappe: Das Einzelzeitfahren ist zwar nur 12,7 Kilometer lang, es führt aber über zwei schwere Anstiege.
7. und 8. Etappe: Auf den beiden längsten Teilstücken des Giro sind schwere Anstiege zu bewältigen.