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Radsport
Kasper feiert Schleuder-Premiere bei der EM

Im Ausscheidungsrennen am Donnerstag fuhr Romy Kasper auf Platz sieben.
Im Ausscheidungsrennen am Donnerstag fuhr Romy Kasper auf Platz sieben. FOTO: Arne Mill / LR
Berlin. Die Forsterin geht am Sonntag bei den Titelkämpfen in Berlin gemeinsam mit Lisa Küllmer vom RSC erstmals im Madison an den Start.

Wenn es nach Romy Kasper geht, dann kommt das Beste nach einer langen Straßensaison zum Schluss – und zwar auf der Bahn. Bei der Europameisterschaft in Berlin geht die 29-jährige Radsportlerin vom PSV Forst am Sonntag gemeinsam mit Lisa Küllmer (24/RSC Cottbus) im Zweiermannschaftsrennen an den Start. „Realistisch ist ein Platz unter den besten Fünf. Wenn es am Ende eine Medaille wird, dann sagen wir natürlich nicht Nein“, erklärt Kasper.

Der Einstand bei der Heim-EM im Velodrom an der Landsberger Allee verlief für die Forsterin am Donnerstagabend mit Platz sieben im Ausscheidungsrennen ganz ordentlich, auch wenn sie ein wenig der verpassten Chancen hinterhertrauerte: „Ein Platz unter den ersten Fünf wäre schön gewesen. Aber ich habe leider einen Moment nicht aufgepasst. Schade, denn die Kraft war da.“

Allerdings ist es Kaspers erste internationale Meisterschaft auf der Bahn im Elitebereich. Normalerweise ist sie als Straßenprofi unterwegs – seit dieser Saison im Trikot der italienischen Mannschaft Alé Cipollini. Unter anderem bei der Thüringen-Rundfahrt hat sich Kasper ganz vorn im Peloton gezeigt. In jedem Fall ist es eine Saison, die für viele ihrer Straßen-Kolleginnen schon beendet ist. Auch Romy Kasper sitzt seit Januar im Sattel. Und doch wollte sie in Berlin unbedingt dabei sein. „Ich habe gar nicht so richtig gemerkt, dass der Körper immer müder wird, weil ich mich so auf die Bahn gefreut habe“, beschreibt sie die ganz besondere Motivation.

Dabei erwartet die Forsterin an diesem Sonntag im Velodrom gleich eine doppelte Premiere. Denn der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) besetzt zum ersten Mal bei einer großen Meisterschaft dieses Zweiermannschaftsrennen. Und auch für Kasper ist es natürlich das internationale Debüt in dieser Disziplin. Vor zwei Wochen fuhr sie in Wien gemeinsam mit Lisa Küllmer zum ersten Mal ein solches Zweiermannschaftsrennen. Die Wechsel mit dem sogenannten Schleudergriff, bei dem sich die Sportler am Arm packen und den Partner explosiv in die nächsten Runden schicken, musste das Duo erst einmal verinnerlichen. Gemeinsam mit Mario Vonhof – der zwar für die deutschen Steher um Stefan Schäfer verantwortlich ist, früher aber auch selbst bei den Sixdays diese Zweiermannschaftsrennen gefahren ist – haben Kasper und Küllmer auch auf der Bahn in Berlin trainiert.

Auch wenn beide Neulinge in dieser Disziplin sind, wollen sich beide am Sonntag im Idealfall gleich in Richtung Medaille schleudern. „Ich bin sehr optimistisch, denn auch Lisa ist in einer prima Form“, blickt Kasper auf die doppelte Premiere voraus.


Den sogenannten Schleudergriff haben Romy Kasper (r.) und Lisa Küllmer im Vorfeld der EM auf dem Velodrom trainiert.
Den sogenannten Schleudergriff haben Romy Kasper (r.) und Lisa Küllmer im Vorfeld der EM auf dem Velodrom trainiert. FOTO: Privat / LR