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Kapitän Ballack: 60:40 für Argentinien – aber andersherum

Die Lok im deutschen Team: Michael Ballack.
Die Lok im deutschen Team: Michael Ballack. FOTO: dpa
Berlin.. Wenn Selbstbewusstsein hüpfen könnte, wäre Michael Ballack vermutlich bis an die Decke gesprungen. So aber beließ es der deutsche Kapitän dabei, den verbalen Steilpass von Argentiniens Javier Saviola gelassen zu kontern. F. Noack

Auf 60:40 hatte Saviola die Chancen der Gäste für das heutige Viertelfinale bezeichnet. „Das sehe ich genauso“ , antwortete ihm Ballack gestern, „aber andersherum.“ Der Kapitän des DFB-Teams spielt auch außerhalb des Platzes inzwischen jene Rolle, die ihm Bundestrainer Jürgen Klinsmann zugedacht hatte. Vergessen scheinen die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden starken Charakteren vor dem Eröffnungsspiel gegen Costa Rica, als Klinsmann den leicht angeschlagenen Ballack entgegen dessen ausdrücklichen Wunsch nicht einsetzte.
Obwohl Ballack bisher noch kein Tor bei dieser WM erzielt hat, ist er so wertvoll wie noch nie für die deutsche Mannschaft. Klinsmann bezeichnet ihn gern als eine „Lokomotive“ , die den Rest des Teams mitziehen soll. „Michael hat in den vergangenen beiden Jahren einen Schritt in seiner Entwicklung gemacht“ , lobt der Coach.
Der nächste Schritt soll heute in dem mit Spannung erwarteten Duell gegen Argentiniens Mittelfeld-Strategen Juan Roman Riquelme folgen. Hier will Ballack endgültig den Beweis seiner internationalen Reife erbringen. Vor vier Jahren im WM-Endspiel gegen Brasilien musste der frühere Chemnitzer wegen einer Gelbsperre pausieren. Sein Ziel diesmal? Na klar, das Finale. „Wir haben den Hunger, noch drei Spiele bei der WM zu bestreiten“ , betont Ballack mit ganz viel Selbstbewusstsein.