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| 02:48 Uhr

Kanter "opfert" sich für deutsche Olympia-Frauen

Robert Kanter aus Cottbus hat fast die komplette Olympia-Vorbereitung der Bahnsprinter mitgemacht – als Trainingspartner für die Frauen Kristina Vogel und Miriam Welte. Foto: Manfred Heinrich/mfh1
Robert Kanter aus Cottbus hat fast die komplette Olympia-Vorbereitung der Bahnsprinter mitgemacht – als Trainingspartner für die Frauen Kristina Vogel und Miriam Welte. Foto: Manfred Heinrich/mfh1 FOTO: Manfred Heinrich/mfh1
Cottbus. Als die deutsche Bahnsprinter-Nationalmannschaft zur weiteren Olympia-Vorbereitung am Mittwoch nach Apeldoorn (Niederlande) reiste, stieg auch Robert Kanter wieder mit in den Bus. Der Cottbuser hat zwar keine Chance auf die Spiele, ist aber trotzdem wichtiger Bestandteil in der Mannschaft – als Trainingspartner für die Medaillen-Hoffnungen Kristina Vogel und Miriam Welte. Thomas Juschus

Seine eigenen Ambitionen musste Robert Kanter in dieser Saison ein bisschen zurückstellen - immerhin war der 20-Jährige 2010 bei Junioren-Bahn-WM in Italien Dritter im Teamsprint. Sein damaliger Teamkollege Philip Hindes - inzwischen mit englischem Pass ausgestattet - hat den Sprung zu den Spielen in London als Anfahrer geschafft. Kanter dagegen fährt weder Olympia noch fuhr er die U 23-EM. Stattdessen ist der Cottbuser gemeinsam mit Alexander Reinelt (Erkner) mangels Konkurrenz im Frauen-Sprint fast ständiger Trainingspartner der Teamsprint-Weltmeisterinnen Kristina Vogel (Erfurt) und Miriam Welte (Otterbach).

Vor einem Jahr hatte Bundestrainer Detlef Uibel die Idee, seitdem war Kanter bei fast jedem Trainingslager dabei. "Wir können dank seiner Hilfe in höhere Leistungsbereiche fahren, in denen wir es allein nicht schaffen würden - oder die ,richtigen' Männer wie Maximilian Levy einfach zu schnell wären", erklärt Kristina Vogel. "Da ,Kanti' noch nicht an das internationale Leistungsniveau bei den Männern anknüpfen kann, ist er für uns der perfekte Partner. Er ist nicht zu schnell - und auch nicht zu langsam. Eben perfekt", beschreibt Vogel. "In den Pausen und auch nach dem Training bleibt immer Zeit, um rumzualbern. ,Kanti' integriert sich gut in die Trainingsgruppe. Eigentlich schade, dass er nicht mit nach London kann."

Auch Bundestrainer Detlef Uibel ist vom Einsatz des Sportschülers begeistert: "Er hat sich teilweise geopfert. Und es stimmt auch menschlich."

Die eigenen sportlichen Ziele hat Kanter aber trotzdem nicht aus den Augen verloren. "Ich musste natürlich Kompromisse eingehen. Aber im Großen und Ganzen denke ich, dass mich das Training mit den Älteren auch vorangebracht hat", sagt Robert Kanter. "Die Aufgabe als Trainingspartner macht mir wirklich viel Spaß. Ich darf mit der Olympiamannschaft zusammen trainieren. Dabei kann ich mir bei den Älteren vieles abgucken und lernen."

Die Bahn-Wettbewerbe in London (2. bis 7. August) wird Kanter am Fernseher verfolgen und sicher die Daumen drücken. Vogel und Welte zählen dort zum Kreis der Medaillenkandidaten. "Ich traue den beiden einiges zu, vor allem im Teamsprint", sagt Kanter.

Für den 20-Jährigen geht es bei den deutschen Meisterschaften in Frankfurt (Oder) vom 15. bis 19. August darum, sich auch wieder selber für höhere Aufgaben anzubieten. Kanter: "Darauf liegt mein Augenmerk. Dort sollte die Form auch da sein, um schnell fahren zu können. Und langfristig gesehen möchte ich mich im nächsten Jahr für die U 23-Europameisterschaft qualifizieren."