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Kamerun bleibt unbeeindruckt

Sotschi. Deutschland? Na und! Vor dem Gruppenfinale gegen den Weltmeister geben sich Kameruns beim Confed Cup bislang ziemlich zahme Löwen völlig unbeeindruckt. "Noch ist nichts vorbei. Arne Richter

Wir haben noch ein Spiel gegen Deutschland. Es wird Druck geben, aber das ist unser Job", sagte André-Frank Zambo Anguissa. Der bislang einzige Torschütze des Afrikameisters beim WM-Testlauf in Russland zum 1:1 gegen Australien gab damit den Ton vor der Partie gegen die DFB-Elf am Sonntag (17 Uhr/ZDF) in Sotschi an. "Alles ist möglich. Alles ist möglich", sagte Collins Faj und tänzelte beschwingt durch die Interview-Zone in St. Petersburg nach dem Australien-Remis.

Dabei ist die Ausgangslage für Kamerun denkbar schlecht. Mindestens mit zwei Toren Vorsprung müssen Julian Draxler und Co. bezwungen werden und nicht einmal dann wäre das Weiterkommen für das derzeitige Schlusslicht der Gruppe B garantiert. Dabei konnte Kamerun noch nie gegen Deutschland gewinnen. Nur beim bislang einzigen Remis im Test vor der WM 2014 (2:2) gelangen überhaupt Treffer. Trainer Hugo Broos hatte nach dem unnötigen Remis gegen Australien keine gute Laune. Besonders die Debatte um seinen trotz vieler Großchancen torlosen Mittelstürmer Vincent Aboubakar nervte den Belgier. "So ist das Leben eines Angreifers. Es ist schade für uns, wenn er nur einmal getroffen hätte, wäre das Spiel gelaufen gewesen." Kritik an seiner Aufstellung wollte er nicht zählen lassen: "Ich biete immer das beste Team auf."

Bislang nutzte das dem Afrikameister wenig. Realistisch sind die Chancen auf ein Weiterkommen nicht. Damit würde sich die mäßige Bilanz afrikanischer Teams beim Confed Cup fortsetzen.

Das letzte Team, das beim Konföderationen-Turnier richtig Eindruck machte, war Kamerun 2003 in Frankreich. Doch der Finaleinzug wurde komplett überschattet vom Tod von Marc-Vivien Foé, der im Halbfinale gegen Kolumbien zusammenbrach und wenig später starb. Der Todestag jährt sich am Montag zum 14. Mal.

Für Kameruns heutige Generation ist das Spiel gegen Deutschland wahrscheinlich vorerst die letzte Chance, auf der ganz großen Fußball-Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Eine Rückkehr nach Russland zur WM 2018 scheint derzeit nur schwer möglich. In der topbesetzen Qualigruppe B liegen die unzähmbaren Löwen nach zwei Unentschieden gegen Algerien und Sambia schon vier Punkte hinter Spitzenreiter Nigeria.