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(K)ein Endspurt für die Zweierteams

Im Jahr 2012 waren bei den Cottbuser Nächten erstmals Zweierteams auf der Cottbuser Bahn am Start.
Im Jahr 2012 waren bei den Cottbuser Nächten erstmals Zweierteams auf der Cottbuser Bahn am Start. FOTO: Koziol/jki
Cottbus. Cottbuser Verein um Eberhard Pöschke will die Cycling Days am 4. und 5. August mit überarbeitetem Konzept dauerhaft etablieren. Frank Noack / noc

Was den Radsport an belangt, hat Eberhard Pöschke einen langen Atem - auch jetzt mit inzwischen 83 Jahren. In knapp zwei Wochen startet er einen weiteren Versuch, um mit dem RK Endspurt 09 dauerhaft eine Bahnrad-Veranstaltung für Zweiermannschaften in Cottbus zu etablieren. Pöschke und Endspurt gehen am 4. und 5. August mit den Cycling Days Cottbus auf der Radrennbahn in Cottbus an den Start. Erstmals sind auch die Steher um den amtierenden Europameister Stefan Schäfer dabei. "Wenn die Sponsoren weiter zu uns halten, dann wird es das Bahnrennen auch in den nächsten Jahren geben. Bei den Stehern wollen wir uns genau anschauen, wie sie beim Cottbuser Publikum ankommen", erklärt Pöschke.

Es soll also kein Endspurt für die Zweiermannschaften, sondern ein Neuanfang mit möglichst langem Atem sein. Im Jahr 2012 fiel zwar der Startschuss für die sommer liche und verkürzte Variante des Sechstagerennens, damals unter dem Namen Cottbuser Nächte. Organisiert wurde die Premiere von Pöschke und dem damaligen Endspurt-Vorsitzenden Jens Fichte. Später zeichnete der Cottbuser Geschäftsmann dann mit seiner UBG Sportmarketing für die Organisation verantwortlich.

Aus der einstigen Zusammenarbeit zwischen Pöschke und Fichte ist inzwischen ein erbitterter Streit vor den verschiedensten Gerichten geworden, unter anderem um die Namensrechte an der Veranstaltung, die im vergangenen Jahr mit Verweis auf die Olympischen Spiele nicht ausgetragen wurde.

Am ersten August-Wochenende wollen Pöschke und Endspurt nun wieder zurück zu den Wurzeln dieser Sportart. Oder wie es das aus Lübben stammende Urgestein der Lausitzer Radsport-Szene in seiner gewohnt direkten Art formuliert: "Weniger Show, mehr Radsport."

Das Feld der insgesamt 16 Zweierteams ist entsprechend hoch karätig besetzt. Es wird angeführt vom dreimaligen Madison-Weltmeister Morgan Kneisky und dessen französischem Landsmann Benjamin Thomas. Mit Endspurt-Lokalmatador Roger Kluge, Marcel Kalz, Christian Grasmann sowie dem Niederländer Yoeri Havik sind vier Sechstage-Sieger des zurückliegenden Winters in Cottbus dabei. Für das Lokalkolorit sorgen neben Kluge der Finsterwalder Henning Bommel, Nico Heßlich aus Cottbus sowie zwei Mannschaften des LKT Teams Brandenburg. "Von der Qualität her, speziell in der Breite, ist es das beste Fahrerfeld, das wir in Cottbus je hatten", ist Pöschke überzeugt.

Auch ohne spezielle Vorbereitung auf der Bahn will Straßenprofi Roger Kluge vom Team Orica-Scott gemeinsam mit dem Berliner Theo Reinhardt ganz vorn mitmischen. "Es wäre natürlich schön, wenn wir hier vor dem heimischen Publikum auf das Podest fahren könnten", blickt Kluge voraus.

Auch beim Modus gehen die Veranstalter neue Wege. Die Fahrer bekommen diesmal zwar geringere Startgagen, dafür sind aber die einzelnen Wettbewerbe und auch die Sprints in den Jagden der Zweierteams mit Prämien dotiert. "Dadurch wird natürlich aggressiver gefahren, auch um die hinteren Plätze, weil jeder Sportler möglichst viele Prämien einfahren will", sagt Kluge.

Eine teure Lasershow, Musikbands oder ein aufwendig organisiertes Kinderfest sucht man diesmal vergeblich im Programm - die vereinseigene Hüpfburg des RK Endspurt tut es auch, finden die Veranstalter. Außerdem sollen am Samstag das Bambini-Rennen (Beginn 10 Uhr) und das 1000-Meter-Zeitfahren für Hobbyradler (13 Uhr) ein breites Publikum auf die Bahn holen.

Als echte Zugnummer beim Neustart könnten sich auch die Steher um Stefan Schäfer erweisen, die dank der Hochburg Forst eine große Fangemeinde in der Lausitz besitzen. Die Steher werden erstmals seit dem Deutschland-Cup im Jahr 1992 wieder um die Bahn in Cottbuser donnern. "Auch für mich wird das eine Premiere, auf die ich mich sehr freue", betont Schäfer, der gemeinsam mit Franz Schiewer zu den Favoriten zählt.

Zum Thema:
Freitag, 4. August
19 Uhr: Großer Eröffnungspreis
Samstag, 5. August10 Uhr: Frühschoppen, Bambini-Rennen; 13 Uhr: Zeitfahren für Hobbyradler; 19 Uhr: Finale
Tickets kosten ab sechs Euro, die Dauerkarte 15 Euro.