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Jursch kämpft in Stuttgart um einen EM-Platz

Christopher Jursch.
Christopher Jursch. FOTO: sby1
Stuttgart. Bei den Turnern hat längst das Gerangel um die sechs Startplätze bei der Europameisterschaft in Cluj Napoca (Rumänien) vom 16. bis 23. Frank Thomasund Jan Lehmann

April begonnen. Auch der Cottbuser Christopher Jursch macht sich große Hoffnungen, dann zur deutschen Riege zu gehören. An diesem Freitag und Samstag startet der Turner des SC Cottbus für das Team Deutschland I beim DTB-Pokal in Stuttgart. Dabei wird er sich mit der Konkurrenz aus 13 Nationen, darunter die Ukraine, Großbritannien, Japan und Russland messen.

Cheftrainer Andreas Hirsch fallen mit Andreas Toba (Kreuzband- und Muskelfaserriss) und Andreas Bretschneider (Schulter) zwei Leistungsträger nach Operationen aus. Fabian Hambüchen, der am 6. März gleichfalls an der Schulter operiert wurde, hatte seine Laufbahn mit Reck-Gold in Rio beendet.

So ruhen die deutschen Hoffnungen beim Mehrkampf-Weltcup in Stuttgart auf Lukas Dauser, der zum Weltcup-Einstieg in Newark/USA die Erwartungen aber nicht erfüllen konnte. "Auf jeden Fall eine wichtige Erfahrung für ihn. Er muss sich erst an seine neue Aufgabe als Mehrkämpfer gewöhnen", räumte Cheftrainer Andreas Hirsch ein.

Der mit 16 000 Franken (14 900 Euro) dotierte Sieg dürfte für den Olympia-Zweiten und Europameister Oleg Wernjajew aus der Ukraine reserviert sein.

Hirsch hatte zuvor dem Rio-Ersatzturner Philipp Herder aus Berlin einen Denkzettel verpasst und ihn nach schwachen Leistungen beim National Team Cup von der Startliste gestrichen. Dafür erhält Lokalmatador Sebastian Krimmer eine Chance.

Viel Wert legt Hirsch auch auf die Team Challenge bei der Jursch startet, weil dort alle seiner EM-Kandidaten einem Test unterzogen werden. "Wir wollen trotz des starken Feldes mit fünf der acht Olympia-Finalisten unbedingt den Endkampf der besten Vier erreichen", sagte er.

Der Cottbuser Christopher Jursch wird nach dem Wettkampf in Stuttgart gleich zum Geräte-Weltcup nach Doha (Katar) reisen. Der gilt genau wie ein zusätzlicher interner Wettkampf im Bundesleistungszentrum Kienbaum als innerdeutsche EM-Qualifikation. Bei den europäischen Titelkämpfen in Rumänien dürfen dann zwei deutsche Starter im Mehrkampf ran, zudem hat Deutschland vier Startplätze für die Einzelgeräte. Bundestrainer Hirsch verkündete, dass er zumindest zwei Mehrkämpfer zur EM aufbieten möchte.

Ganz wichtig ist Stuttgart auch, weil nach Olympia ein neues Regelwerk veränderte Bedingungen schafft. Darauf hat Christopher Jursch schon seit der Olympia-Pause hingearbeitet. "Die Prognosewerte fehlen. Ich gehe davon aus, dass im Mehrkampf rund 3,4 Punkte weniger geturnt werden", spekulierte Bundestrainer Andreas Hirsch.

So musste beispielsweise der Olympia-Zweite Marcel Nguyen seine Barren-Übung umbauen, da Felgen und Riesenfelgen künftig einer Element-Gruppe angehören.