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| 17:52 Uhr

Jubel und Schmerzen in 24 Stunden

Lucas Carstensen feiert seinen bisher größten Erfolg.
Lucas Carstensen feiert seinen bisher größten Erfolg. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Der Radklassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus wird von einem Unfall mit einem Polizeimotorrad überschattet. Der Vortagessieger wird dabei schwer verletzt. Lucas Carstensen aus Harburg gelingt indes ein Überraschungserfolg. Jan Lehmann

So eng liegen Jubel und Schmerzen beim Radsport manchmal beieinander. Während der Überraschungssieger Lucas Carstensen aus Harburg am Sonntag beim Radklassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus den nach eigener Aussage "größten Erfolg meiner Karriere" feiern konnte, gab es Sorgen nach einem Unfall. Ein Polizeimotorrad hatte unterwegs einen Massensturz ausgelöst. Dabei wurde Daniel Westmattelmann vom Team Lotto-Kern Haus schwer verletzt. Der 29-Jährige brach sich nach ersten Diagnosen beim Sturz einen Lendenwirbel.

Der Einsatzleiter vor Ort, Polizeioberrat Tino Glaser, bestätigte gegenüber der RUNDSCHAU: "Es gab bei Graustein einen Unfall. Ein sächsischer Kollege ist mit dem Motorrad am Fahrerfeld vorbeigefahren. Dabei muss er die Kontrolle verloren und einen Sturz ausgelöst haben. Wir ermitteln jetzt die genaue Unfallursache."

Dem Vernehmen nach hatte der Motorradfahrer dabei das Feld unbeabsichtigt von links nach rechts gequert, mindestens zehn Fahrer waren dabei zu Fall gekommen - darunter Westmattelmann. "Er ist nicht transportfähig, muss in Cottbus operiert werden", sagte sein Teamleiter Florian Monreal, der noch 24 Stunden zuvor mit dem Verletzen gejubelt hatte. Da hatte Westmattelmann das Zeitfahren in Spremberg, das wie Cottbus-Görlitz-Cottbus für die Rad-Bundesliga gewertet wird, gewonnen.

Für die Veranstalter vom RK Endspurt Cottbus um Eberhard Pöschke ist der Unfall ein bitterer Beigeschmack einer insgesamt gelungenen Veranstaltung. Pöschke erklärte: "Wir sind trotz allem mit dem Rennen zufrieden, Stürze gehören leider zum Radsport dazu."

Die Veranstalter trifft ohnehin keine Schuld. Beispielsweise lobte der ehemalige Cottbuser Weltklasse-Sprinter Danilo Hondo, der als Schweizer Nationaltrainer im Einsatz war, die Organisation: "So eine gute Streckenabsperrung, wie beispielsweise beim Zeitfahren am Samstag, gibt es für unsere jungen Fahrer nur selten."

Auch der ehemalige Olympia-Dritte Christian Henn, mit Hondo einst beim Team Telekom bei der Tour de France unterwegs, bestätigte: "Es ist hier alles gut organisiert, die Absperrungen waren in Ordnung." Der 53-Jährige, der für Westmattelmanns Team Lotto-Kern Haus arbeitet, erklärte: "Wir sorgen uns nun natürlich um unseren Fahrer."

Auch Sieger Lucas Carstensen konnte sich direkt nach seinem Sprintsieg noch nicht so richtig freuen. "Im Moment bin ich noch ein bisschen in Sorge, weil zwei meiner Teamkollegen gestürzt sind. Ich weiß noch nicht, wie es ihnen geht", so der 23-Jährige vom Team Olympia Bünde.

Er war bereits zum vierten Mal beim Radklassiker in der Lausitz dabei - sein Vorteil. Carstensen berichtet: "Ich wusste, an welchen Stellen man vorne sein muss. Ich war immer dabei und konnte am Ende dann den Sprint gewinnen."

Zum Thema:
Beim Frauenrennen hat Wiebke Rodieck (Hannover) mit ihrem Sieg in Cottbus ihre Führung in der Rad-Bundesliga ausgebaut. Romy Kasper aus Forst landete auf Rang fünf. Bester Cottbuser bei den Männern war Max Kanter vom Team Sunweb. Robert-William Kessler vom LKT Team Brandenburg kam auf Rang 20 ins Ziel.