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| 06:05 Uhr

Kommentar
Jetzt bloß kein fatales Signal

Mirjam Danke
Mirjam Danke FOTO: Sebastian Schubert / LR
Nun ist das Kapitel Steffi Jones also beendet. Der Deutsche Fußball-Bund zieht die Reißleine. Völlig zu Recht. Denn unter der Regie der Trainer-Novizin drohte die neben den USA erfolgreichste Frauenfußballmannschaft der Welt in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Mehr noch: Das über Jahre mühsam erarbeitete Ansehen des Frauenfußballs war im Begriff, rapide zu schwinden. Gut, dass dieser fatalen Entwicklung Einhalt geboten wird.

Sicher, es gibt angenehmere Aufgaben als in die riesengroßen Fußstapfen einer langjährigen Erfolgstrainerin, wie Silvia Neid es war, zu treten. Da hätte auch jeder andere leicht scheitern können. Dennoch: Als Nachfolgerin auf eine völlig unerfahrene Übungsleiterin zu setzen, quasi vom Funktionärssessel auf die Trainerbank – das war ganz einfach nicht der beste Einfall des DFB. Auch Ansehen verschafft man sich eher nicht mit der Vergabe von Spitznamen wie Robin Hood, Bart Simpson oder Tarzan an seine Spielerinnen.

Was die Mannschaft jetzt braucht, ist ein Coach mit Erfahrung, Fachwissen und Autorität. Horst Hrubesch mag eine gute Übergangslösung sein. Erfreulich wäre es aber, wenn der Posten erneut mit einer Frau besetzt wird und vom DFB nicht etwa das fatale Signal „Frau = Fehlgriff“ ausgesendet wird.