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Jagd auf die Läufer-Krone

Einige Läufer stellen sich beim 13. Spreewaldmarathon einer besonderen Herausforderung. Sie nehmen am Samstag in Lübbenau 22 und am Sonntag in Burg 42,195 Kilometer unter ihre Laufschuhe. Dem insgesamt Schnellsten winkt die "Läufer-Krone".
Einige Läufer stellen sich beim 13. Spreewaldmarathon einer besonderen Herausforderung. Sie nehmen am Samstag in Lübbenau 22 und am Sonntag in Burg 42,195 Kilometer unter ihre Laufschuhe. Dem insgesamt Schnellsten winkt die "Läufer-Krone". FOTO: dpa
Cottbus. Der Marathon gilt in Läuferkreisen als Königsdisziplin. Doch manchem Hobbyathleten sind 42,195 Kilometer längst nicht genug. Beim Spreewaldmarathon gehen einige daher auf die Jagd nach der "Läufer-Krone". Dabei gilt es am Samstag 22 und am Sonntag 42,195 Kilometer zu absolvieren. Andre Sokolowski wird sich der Herausforderung stellen. Rudolf Neuland / rdn1

Als "leistungsorientierten Hobbysportler" bezeichnet sich Andre Sokolowski selbst. Das muss man wohl auch sein, wenn man am Samstag zunächst die 22-Kilometer-Strecke beim Biosphärenreservat-Lauf in Lübbenau und tags darauf in Burg den Marathon (42,195 Kilometer) unter die Laufsohlen nimmt.

"Ich weiß, dass diese beiden Starts ein Experiment bedeuten, weil die Doppelbelastung für mich eine völlig neue Erfahrung sein wird", räumt der 44-jährige Schützling des Cottbuser Trainers Dietmar "Pit" Bittermann ein.

Insgesamt 64,195 Kilometer gilt es für Sokolowski zu bewältigen. Wenn es richtig gut läuft, kann sich der Berliner Beamte nach Addition beider Laufzeiten die erst zum zweiten Mal beim Spreewaldmarathon ausgeschriebene "Läufer-Krone" holen. Im Vorjahr gewann diese Wertung der Kölner Klaus Rawe mit der Gesamtzeit von 5:17 Stunden. Angesichts der Voranmeldungen vermutet der erfahrene Trainer Bittermann für dieses Jahr eine mit 4:44 Stunden weitaus bessere Endzeit. Sein Schützling jedenfalls habe durchaus sowohl die läuferischen als auch die Willensqualitäten, um sich die Krone zu erkämpfen.

Ehemaliger Sportschüler

"Natürlich möchte ich mir in Burg die Krone holen", sagt Sokolowski selbst. "Ich habe sehr gut trainiert, bin diszipliniert und ehrgeizig." Seinen ersten Marathon absolvierte der einstige Sportschüler (1985 bis 1989 in Rostock) 2011 auf dem Darß. Es folgten dreimal Berlin, Bremen und Kopenhagen.

Als Topfavoriten sehen er und sein Trainer bei der 13. Auflage des Spreewaldmarathons jedoch Ralf Kollaske vom SportFreigang-Team Neuhausen. Aus der Lausitz stehen bei der speziellen Wertung "Läufer-Krone" auch Daniel Haberland (Spremberger SV) und Robert Judis (T-Rex-Team Peitz) auf der Starterliste. Macht einer dieser drei das Rennen? Oder tatsächlich der Berliner Sokolowski mit seinem Cottbuser Coach? Deren Trainer-Freizeitläufer-Partnerschaft existiert seit rund drei Jahren, nachdem sie über das kommerzielle Potsdamer Team "Gotorun" zustande gekommen war. Der Kontakt wird zum großen Teil intensiv via Internet gepflegt. Das betrifft vor allem die Trainings- und Ernährungsgestaltung. "Ich plane, er gibt das entsprechende Feedback. Mindestens einmal pro Woche sehen wir uns dann aber auch persönlich. Man muss ja bedenken, dass Andre täglich erst einmal seinen Vollzeitjob bewältigen muss. Er ist schließlich kein Leistungssportler", fasst Bittermann die freundschaftliche Kooperation zusammen.

Frankfurt-Marathon im Visier

Für die laufende Saison ist als Hauptziel der 25. Oktober festgelegt - die Teilnahme Andre Sokolowskis am Marathon in Frankfurt/Main, der in diesem Jahr gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft in den verschiedenen Altersklassen gewertet wird. "Das ist auch der Hauptgrund, warum wir das Abenteuer ,Spreewald-Krone' angehen. Ein besseres Training für den Frankfurt-Marathon als unter diesen Bedingungen gibt es eigentlich nicht", betont der erfolgreiche Coach Bittermann, der 1992 Stephan Freigang in Barcelona zu Olympia-Bronze führte und zu dessen Erfolgsbilanz über 50 nationale Meistertitel seiner früheren Athleten gehören. Am Wochenende könnte er sich eine weitere "Krone" aufsetzen.