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Italienische Fans schimpfen über "Kartoffelsack" Buffon

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Madrid. Die Demütigung von Madrid hat Italien in panische Angst vor einem WM-Sommer als Zuschauer versetzt. Der viermalige Fußball-Weltmeister muss nach der 0:3-Abfuhr in Spanien in der Qualifikation für Russland 2018 wohl den riskanten Umweg über die Playoffs gehen und fürchtet, zum ersten Mal seit 1958 eine WM zu verpassen. dpa/jam

"Und nun kommt der Playoff-Albtraum", titelte die "Gazzetta dello Sport" auf Seite eins. "Was für eine Blamage!", jammerte "Tuttosport".

Schon vor den letzten drei Gruppenspielen in der Qualifikation haben die Tifosi die Hoffnungen auf das Direkt-Ticket aufgegeben, zu ernüchternd war die Niederlage im Bernabeu-Stadion. Platz eins in Gruppe G scheint bei nun drei Punkten Vorsprung an Spanien vergeben. Die Iberer können sich dank der deutlich besseren Tordifferenz in den drei Partien in Liechtenstein und Israel sowie daheim gegen Albanien sogar eine Niederlage leisten.

Für die Squadra Azzurra scheint daher Platz zwei das Maximum, damit wären zumindest die unliebsamen Playoffs erreicht, wobei Zweifel berechtigt sind. Ein "kleines und gedemütigtes" Italien hatte "Il Giornale" gesehen. Bis auf Stürmer Andrea Belotti, der sich immer wieder bemühte, blieb kaum ein Italiener von heftiger Kritik verschont.

Vor allem Torwart-Veteran Gianluigi Buffon (Foto: dpa), der mit seinem 170. Länderspiel einen Europa-Rekord aufstellte, wurde als Schuldiger der Niederlage ausgemacht. Der 39-Jährige von Juventus Turin wurde in Fanforen als "Rentner" und "Kartoffelsack" beschimpft. "Seine Reflexe sind nicht mehr die alten", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Während Spaniens Keeper David de Gea die wenigen Chancen der Gäste meisterlich vereitelte, wirkte Buffon bei den Gegentreffern durch den überragenden Isco (14./40. Minute) und Alvaro Morata (77.) überfordert.

Italien war zuvor in 56 WM- und EM-Quali-Spielen in Serie ungeschlagen geblieben.