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| 02:39 Uhr

Ist Islacker der Italien-Knacker?

Mandy Islacker war gegen Schweden eingewechselt worden. Am Freitag steht sie in der Startelf.
Mandy Islacker war gegen Schweden eingewechselt worden. Am Freitag steht sie in der Startelf. FOTO: dpa
Tilburg. Vor der Nagelprobe gegen Italien hat Steffi Jones das Angriffspuzzle schon gelöst. Nach der Verletzung von Stürmerin Svenja Huth zum Auftakt gegen Schweden besetzt die Nationaltrainerin im zweiten EM-Spiel gegen Italien die vakante Sturm-Position mit Mandy Islacker. Ulli Brünger

Die 28 Jahre alte Bundesliga-Torschützenkönigin soll am Freitag (20.45 Uhr/ARD und Eurosport) gegen die Squadra Azzurra neben Anja Mittag angreifen und zuletzt sichtbare Abschlussschwäche beheben. Ist Islacker der Italien-Knacker?

Die Essenerin, die Anfang Juli ihren Wechsel vom 1. FFC Frankfurt zu Bayern München bekanntgegeben hatte, war gegen Schweden kurz vor der Pause für die am Oberschenkel verletzte Huth eingewechselt worden. "Mandy hat es hervorragend gemacht. Sie ist nicht umsonst Torschützenkönigin geworden. Mit ihr kann ich zufrieden sein", lobte Jones am Donnerstag vorm Abschlusstraining im Stadion in Tilburg. Die 44-Jährige kündigte weitere personelle Wechsel an, die sie aber nicht näher erläuterte. "Es wird Veränderungen geben."

Der Ausfall von Huth "tut natürlich weh", erklärte Abwehrchefin Babett Peter. "Nicht nur für Svenja, sondern auch für uns als Mannschaft. Sie ist eine wichtige Spielerin, die immer für Unruhe sorgt - egal gegen welche Abwehr." Die Innenverteidigerin findet aber auch: "Wir haben noch genügend Spielerinnen und Qualität, um trotzdem Lösungen zu finden."

Exakt darum wird es gehen im 27. Länderspiel-Duell (14 Siege, acht Unentschieden, vier Niederlagen) mit Italien. Jones rechnet mit einem defensiv eingestellten Team von Trainer Antonio Cambrini, das sein Heil in sporadischen Gegenangriffen sucht. "Wir erwarten einen tief stehenden Gegner, der sehr kompakt auftritt. Italien arbeitet viel mit langen Bällen und wird versuchen sein Konterspiel aufzuziehen." Und noch ein Problem mit den Italienerinnen sprach Jones überraschend deutlich an. "Sie provozieren gerne, wollen einen damit aus dem Rhythmus bringen", warnte die Bundestrainerin. Man müsse sich auf versteckte Fouls und Nickeligkeiten einstellen. Das sei zwar im Training kaum zu simulieren, aber: "Da appelliere ich an die Vernunft meiner Spielerinnen. Sie dürfen sich nicht provozieren lassen."

Die wenige Übungseinheiten der vergangen Tage nutzte die DFB-Elf vor allem zum Torabschlusstraining. Denn an der fehlenden Präzision im Angriffsdrittel und dem Ausnutzen der Torchancen haperte es besonders. Die italienische Abwehr muss geknackt werden, sonst könnte sogar der Einzug ins Viertelfinale in Gefahr geraten. "Wir müssen torgeil sein", forderte Sara Däbritz mehr Entschluss- und Durchschlagskraft. "Ich bin sicher, dass wir ein Tor machen und gegen Italien gewinnen. Das mus auch unser Anspruch sein."

Torhüterin Almuth Schult meinte: "Wir müssen jetzt punkten. Da gibt es kein Larifari." "Ähnlich" wie die Schwedinnen, "wenn nicht sogar ein bisschen defensiver" würden die Südeuropäerinnen auftreten, ergänzte Peter. Die Abwehrchefin mahnt, die Konzentration in der Verteidigung ständig hochzuhalten. "Es ist nicht so leicht, wenn man defensiv nicht so sehr gefordert ist, aber dennoch 90 Minuten lang fokussiert sein muss." In ein oder zwei Situationen müsse man dann "einfach da sein".

Vorsicht ist vor allem bei Italiens Sturmhoffnung Ilaria Mauro geboten. Die 29 Jahre alte Bundesliga-erfahrene Angreiferin, die ihr Gastspiel in Potsdam schon nach gut einem Jahr im vorigen Sommer beendete, verhalf dem italienischen Spitzenclub aus Florenz mit 16 Toren in 21 Spielen zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Mauro traf auch beim 1:2 gegen Russland zum EM-Start und hat nach dem Frusterlebnis ihre Kampflust und ihren Optimismus wiederentdeckt. "Wir wissen, das Deutschland und Schweden die stärksten Teams in unserer Gruppe sind. Aber wir werden kämpfen und versuchen, gegen Deutschland zu gewinnen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen kann", sagte Mauro.