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Indischer Weckruf für die Olympiasiegerin

Im gemischten Sprint-Turnier der Frauen und der Nachwuchsfahrer verlor Überfliegerin Kristina Vogel (l.) gegen den Inder Esow.
Im gemischten Sprint-Turnier der Frauen und der Nachwuchsfahrer verlor Überfliegerin Kristina Vogel (l.) gegen den Inder Esow. FOTO: Manfred Heinrich/mfh1
Cottbus. So fühlen sich also Niederlagen an. Kristina Vogel, die Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sprint, holte beim Sprint-Cup in Cottbus ein fast schon vergessenes Gefühl wieder ein. Jan Lehmann

Gegen den indischen Nachwuchssprinter Esow verlor die Eigentlich-Alles-Gewinnerin überraschend im Halbfinale.

Seit einigen Jahren fahren die deutschen Frauen bei den heimischen Sprintturnieren gegen die Nachwuchsfahrer, um sich Wettkampfhärte zu holen."Das hat sich bewährt", sagt Bundestrainer Detlef Uibel aus Illmersdorf im Spree-Neiße-Kreis und berichtet: "Kristina Vogel ist dabei allerdings die einzige der deutschen Fahrerinnen, die wirklich mithalten kann."

Also war die Niederlage gegen den jungen Inder, der mit seiner Bahnrad-Nationalmannschaft seit einigen Wochen in Cottbus trainiert, halb so schlimm? Kristina Vogel gibt zu: "Verlieren ist nie schön. Aber so bleibt man beweglich im Kopf und setzt neue Reize. Es war ein Weckruf. Außerdem muss ein guter Jugendfahrer wegen der körperlichen Vorteile gegen eine Frauenfahrerin gewinnen."

Dass Esow allerdings so stark sei, habe sie nicht erwartet, betont die Erfurterin, die zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt (Oder) Gold im Sprint, Teamsprint und Keirin geholt hatte. Sie sagt offen: "Ich war nicht mehr so frisch. Es wird für uns langsam wirklich hart. Wir hatten nur eine kurze Pause nach der WM, ich bin die Drei-Bahnen-Tournee gefahren und die DM. Man zehrt von den letzten Körnern und merkt, dass es so langsam in Richtung Urlaub geht."

Doch vorm Urlaub steht am Freitag und Samstag noch der Große Preis von Deutschland auf der Cottbuser Radrennbahn an - der eine höhere Wertigkeit als der SprintCup hat. Dann dürften auch deutlich mehr als die wenigen Zuschauer an diesem Wochenende auf die Radrennbahn kommen.

Für diesen Großen Preis schonte sich der gesundheitlich etwas angeschlagene Cottbuser Maximilian Levy am Sonntag - nachdem er samstags noch Silber im Sprint gewonnen hatte. Kristina Vogel hingegen tat am Sonntag wieder das, was sie am liebsten tut: Sie siegte im Keirin-Turnier - und zwar im Finale vor dem Inder Esow. Der Weckruf hat also gewirkt.