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| 13:02 Uhr

Boxen
Im Silber-Anzug zum neunten Profi-Sieg

In einem harten Kampf hat Dominik Kosel (l.) im Mai in Weißwasser seinen WBCA-Titel verteidigt. Nun folgt sein neunter Profi-Kampf.
In einem harten Kampf hat Dominik Kosel (l.) im Mai in Weißwasser seinen WBCA-Titel verteidigt. Nun folgt sein neunter Profi-Kampf. FOTO: Alexander Mader
Weißwasser. An diesem Samstag steigt Dominik Kosel bei der Boxgala in Rietschen mit einem großen Ziel in den Ring. Auch aus familiären Gründen wird das Wochenende wichtig für den 26-jährigen Super-Mittelgewichtler aus dem Pelk-Boxstall in Weißwasser. Von Alexander Mader

Gut, modisch ist er nicht wirklich. Aber zweckmäßig. Und nur darauf kommt es an. „Wenn du mit so einem silbernen Gummi-Neoprenanzug trainierst, sieht das natürlich etwas komisch aus. Da bekommst du im Gym von den anderen so manchen Spruch zu hören. Gut, dass ich heute also allein trainiere“, lacht Dominik Kosel beim RUNDSCHAU-Besuch und erklärt: „Mit dem Anzug wird Gewicht gemacht. Da kommst du beim Training aber mal so richtig ins Schwitzen, verlierst entsprechend viel Körperflüssigkeit und gehst absolut an deine Grenzen.“

Das klingt nach harter Arbeit, echter Schinderei. Und das ist es auch. „Auf einen Kampf kannst du dich gar nicht genug vorbereiten. Es zählen nur 100 Prozent“, sagt der Super-Mittelgewichtler. Acht Profikämpfe hat er bereits absolviert, acht Mal hat er gesiegt. Zuletzt im Mai in Weißwasser, als er seinen International Champion Titel nach Version des aserbaidschanischen Verbandes WBCA verteidigt hat. Dominik Kosel: „Mein Gegner musste nach der sechsten Runde verletzungsbedingt aufgeben. Aber bis dahin ist es eine richtige Schlacht gewesen.“

Eine Schlacht, aus der er wieder viel gelernt hat. „Wenn du dich nicht hundertprozentig an die Vorgaben des Trainerteams hältst, bekommst du Probleme“, meint er. Das soll am kommenden Samstag bei der Boxgala im Rietschener Festzelt möglichst nicht so werden. Und dafür wird hart gearbeitet. „Nach meinem Fight im Mai habe ich eineinhalb Monate ausgesetzt, danach bin ich wieder ins Training eingestiegen“, sagt der 26-Jährige. Quasi alles wie immer. Immer 100 Prozent. Immer alles geben. Selbst, wenn es diesmal im Ranglistenkampf gegen Andrei Dolhozhyieu aus Weißrussland „nur“  über vier Runden geht.

Sieht zwar etwas komisch aus, ist aber wahnsinnig effektiv: Dominik Kosel beim ganz speziellen Training im silbernen Gummi-Neoprenanzug.
Sieht zwar etwas komisch aus, ist aber wahnsinnig effektiv: Dominik Kosel beim ganz speziellen Training im silbernen Gummi-Neoprenanzug. FOTO: Alexander Mader

Obwohl, das „nur“ lässt Dominik Kosel nicht gelten. Denn es sind nicht „nur“ vier Runden. Es sind vier harte Runden! „Jeder Kampf ist eine neue Herausforderung, vor jedem Gegner habe ich großen Respekt. Deshalb gehen wir jede Vorbereitung mit der höchsten Intensität und Konzentration an“, stellt der Faustkämpfer klar. Denn mit jedem Kampf möchte er sich weiterentwickeln, besser werden. „Ich bin noch lange nicht da, wo ich einmal hin möchte. Aus diesem Grund ist für mich jeder Wettkampf und jede Trainingseinheit mit meinen Coaches Peter und Matthias Pelk ganz, ganz wichtig. Von ihrer riesigen Erfahrung kann ich nur profitieren“, weiß Dominik Kosel, der zum zweiten Mal den Hauptkampf bei einer Boxgala von Pelk Boxpromotion bestreitet:  „Für mich ist das eine große Ehre. Deshalb verspreche ich unseren Sportlern, Freunden und treuen Weggefährten, dass ich alles daran setze, unseren Boxstall würdig zu vertreten.“

Selbst im Malediven-Urlaub hat er dafür geschuftet. Quasi „halbtags“. „Früh ging’s zum Laufen, am Nachmittag in den Kraftraum. Aber trotzdem hatte ich natürlich auch genug Zeit für meine kleine Familie“, erzählt der Super-Mittelgewichtler und grinst. Soll er dem Reporter das kleine Geheimnis verraten? Na klar! „Das kommende Wochenende ist für mich sogar ein doppelt wichtiger Tag. Zum einen ist da natürlich der Kampf. Zum anderen feiern wir mit Isi am Sonntag  unser ‚Fünfjähriges‘“, erzählt der Boxer.

Kurze Erklärung: Isi – das ist Dominik Kosels Frau Isabel. Seit dem 28. Oktober 2013 sind sie ein Paar, seit Juli 2017 ein Ehepaar. Und ganz, ganz wichtig: seit 2016 glückliche Eltern der kleine Kate Isabel. „Die Beiden sind mein ganz großer Rückhalt. Ohne sie könnte ich das alles nicht erreichen“, betont Kosel.

Der 26-Jährige möchte an diesem Samstag einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Profibox-Karriere gehen: „Neben Kraft und Schnelligkeit haben wir vor allem im technischen Bereich viel gearbeitet. Wir sind auf Samstag bestens vorbereitet“, sagt er.

Damit meint er aber nicht nur sich, sondern alle Faustkämpfer aus dem Pelk-Gym. „Neben unserem Haudegen Tino Fröhlich werden auch viele junge Sportler boxen“, so Kosel. „Mein großer Wunsch ist es, dass sie für ihre Anstrengungen in der Vorbereitung mit einer großen und stimmungsvollen Kulisse belohnt werden. Ich verspreche allen Besuchern: Das wird ein geiler Kampfabend!“