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| 01:28 Uhr

„Ich dachte einfach: Scheiße gelaufen“

Hamburg/Kiew. Dieses völlig verrückte Debüt wird Ron-Robert Zieler nie vergessen. „Ich dachte einfach: Scheiße gelaufen. dpa/noc

Aber ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Es galt Mund abwischen und weiter“, verriet Zieler seine Gefühle nach dem ersten Schock. „Schlimmer geht's nicht“, beschrieb DFB-Torwartcoach Andreas Köpke die ersten 45 Zieler-Minuten im neuen deutschen EM-Trikot. Drei Gegentore in einer Halbzeit hatte zuvor noch kein DFB-Keeper unter Bundestrainer Joachim Löw verdauen müssen.

Dem 22-jährigen Zieler gelang das bravourös. Mindestens zwei weitere Ukraine-Treffer verhinderte Neuling Zieler, der im Eiltempo vom Ersatzmann bei Manchester United zur Bundesliga-Stammkraft bei Hannover 96 und jetzt zum Nationalspieler aufgestiegen ist, nach dem Wechsel. „Das hat er klasse gemacht. Von daher war das Debüt absolut zufriedenstellend“, sagte Löw. Im Prestigeduell an diesem Dienstag in Hamburg gegen die Niederlande kehrt allerdings der Münchner Manuel Neuer in den deutschen Kasten zurück.

„Zieler war ein Stück weit enttäuscht zur Halbzeit nach drei Gegentoren. Er musste sonst keinen Ball halten“, bemerkte Löw.

Bei einem DFB-Debüt hatte zuletzt Heinrich Kwiatkowski bei der WM 1954 gegen Ungarn (3:8) drei Tore in seinen ersten 45 Minuten bekommen. Im April 1954 war Heinz Kubsch in seiner ersten Länderspiel-Halbzeit gegen die Schweiz (3:5) gleich viermal überwunden worden.

Köpke ging in Kiew zur Pause auf Zieler zu und versuchte, ihn aufzurichten. „Kopf hoch, Brust raus“, riet der Europameister von 1996 seinem neuen Schützling. Und es funktionierte: „In der zweiten Halbzeit hat er uns im Spiel gehalten. Er war 90 Minuten nicht nervös, obwohl das Spiel in der ersten Halbzeit gegen ihn lief“, fasste Köpke den auf regenden Abend des Ron-Robert Zieler zusammen.