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Horrorsturz auf der Königsetappe

Auf einer rasenden Abfahrt überschlug sich der Australier Richie Porte und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung. Er sei danach bei Bewusstsein gewesen, hieß es, und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Auf einer rasenden Abfahrt überschlug sich der Australier Richie Porte und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung. Er sei danach bei Bewusstsein gewesen, hieß es, und wurde ins Krankenhaus gebracht. FOTO: dpa
Chambéry. Der schlimme Unfall des Australiers Richie Porte bei Tempo 80 schockt die Tour de France. Und ein Italiener fiel unangenehm auf. Andreas Zellmer und Stefan Tabeling

Kaum hatte Chris Froome die hochdramatische Königsetappe der Tour de France als heimlicher Sieger beendet, waren die Gedanken bei seinem schwer gestürzten Freund Richie Porte. "Ich fühle mich sehr, sehr schlecht. Es tut mir weh, das zu sehen. Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht", sagte der dreimalige Gesamtsieger und war den Tränen nahe. Ein Horrorsturz von Mitfavorit Porte - einst Edelhelfer des am Sonntag drittplatzierten Froome - bei Tempo 80 hatte die neunte Etappe überschattet. Der Australier kam am Sonntag auf der rasenden Abfahrt vom Mont du Chat von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung.

Erst nach bangen Minuten kam von der Tour-Ärztin eine Teil-Entwarnung. "Er ist bei Bewusstsein und konnte schon direkt nach dem Unfall mit uns sprechen", sagte Florence Pommerie. Doch die Bilder ließen Froome und den Zuschauern den Atem stocken. Nach dem schlimmen Sturz, bei dem der Australier auch den Iren Daniel Martin mitriss, eilten sofort die Rettungskräfte herbei und stabilisierten seine Halswirbelsäule. Danach wurde er ins Krankenhaus abtransportiert.

Der Sturz von Porte ließ auch den fiesen Angriff von Fabio Aru auf Froome zur Nebensache werden. Bei einem mechanischen Defekt des Briten blies er sofort zur Attacke - eine grobe Unsportlichkeit, für die der Italiener keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er zurückgepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker. "Ich danke den Fahrern, die das Tempo rausgenommen haben. Das ist Sport und schön zu sehen", sagte Froome ganz diplomatisch. Aru spielte im Ziel den Unschuldigen: "Ich hatte nicht gesehen, dass Froome einen Defekt hat. Ich wollte sowieso attackieren. Dann kam das Kommando aus dem Teamwagen."

Nach der Kletterpartie über 4600 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie ist Aru als größter Froome-Rivale übrig geblieben. 18 Sekunden beträgt der Rückstand des Italieners auf den Spitzenreiter.

Den Sieg nach 181,5 Kilometern von Nantua nach Chambéry holte sich der Kolumbianer Rigoberto Uran im Foto-Finish vor dem Franzosen Warren Barguil vom deutschen Sunweb-Team. Froome belegte den dritten Platz und sicherte sich damit vier Sekunden Zeitgutschrift.

Aufgrund der nassen Strecke hatte es den ganzen Tag über Stürze gegeben. Rafal Majka vom Bora-hansgrohe-Team erreichte mit großem Rückstand und stark blutend das Ziel. Er steht vor dem Tour-Aus.