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Hoffnung mischt sich mit Sorgen

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Leistung des SC Cottbus beim 22:38 zum Auftakt der Deutschen Turnliga gegen den Vize-Meister TG Saar macht Mut. Doch zwei lange Ausfälle trüben die Stimmung. Jan Lehmann

Der SC Cottbus hat am Sonntag zum Auftakt der Deutschen Turnliga (DTL) zwar die erwartete Niederlage gegen den Vizemeister TG Saar und Mehrkampf-Europameister kassiert. Doch beim lange Zeit knappen 22:38 (4:8 Gerätepunkte) deuteten die Lausitzer an, dass sie tatsächlich vom DTL-Finale der besten vier Teams träumen dürfen. Allerdings mischt sich Hoffnung mit Wermut. Zwei lange Ausfälle trüben die Stimmung.

Ohne ihren besten Turner, den an der Schulter verletzten Christopher Jursch, präsentierte sich die junge Cottbuser Mannschaft sehr geschlossen und kämpferisch. Stark, dass der SCC dem Ukrainer Verniaev - nach dem japanischen Außerirdischen Kohei Uchimura wohl der zweitbeste Turner der Welt - an den insgesamt sechs Geräten gleich dreimal die Punkte abnahmen. Die in der Endabrechnung der Liga womöglich noch sehr wichtigen Gerätesiege an den Ringen und am Reck verbuchten sie überraschend ebenfalls für sich. Mannschaftsleiter Lukas Gallay betonte zu Recht: "Ich bin sehr stolz auf das Team."

Cottbuser Eigengewächse wie Lucas Kochan, Devin Woitalla, Erik Mihan oder Leonard Prügel bekamen dafür in der Lausitz-Arena viel Beifall von den 300 Zuschauern, die stärksten Cottbuser Leistungen lieferten jedoch die beiden Ukrainer im SCC-Team: Oleksandr Suprun, der eigentlich hauptamtlich als Trainer arbeitet, punktete sehr stabil. Und Radivilov bot Weltklasse. Seine Wertungen hätten zuletzt bei der EM an den Ringen (15,20 Punkte) die Silbermedaille und beim Sprung (15,00) sogar Gold bedeutet.

Gegen die TG Saar blieben diese Leistungen zwar ohne Belohung. Doch die Zuversicht in Cottbus dürfte nach diesem Nachmittag weiter wachsen. Zwar steht am kommenden Sonntag der schwere Auswärtswettkampf beim Meister KTV Straubenhardt an. Doch schon danach winken gegen Aufsteiger KTT Heilbronn (Samstag, 27. Mai, 15 Uhr) in der heimischen Lausitz-Arena die ersten Punkte.

Zwei bittere Wermutstropfen: Auf Christopher Jursch, der am Sonntag zumindest als Co-Moderator am Hallenmikrofon eine gute Figur abgab, müssen die Cottbuser wohl noch länger warten. Er wird am 24. Mai an der Schulter operiert. Er erklärte: "Erst dann werde ich abschätzen können, wie lange ich ausfalle." Devin Woitalla wird im Juni ebenfalls an der Schulter operiert. Er will zuvor zumindest noch zwei DTL-Wettkämpfe und die Deutschen Meisterschaften in Berlin durchstehen.