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Hoffenheim will den FC Liverpool knacken

Hoffenheims Nadiem Amiri (r.) hat in Erfurt getroffen. Den Marko-Topic-Jubel würde er sicher auch gegen Liverpool gern wiederholen.
Hoffenheims Nadiem Amiri (r.) hat in Erfurt getroffen. Den Marko-Topic-Jubel würde er sicher auch gegen Liverpool gern wiederholen. FOTO: dpa
Sinsheim. Erst seit neun Jahren spielt Hoffenheim in der Bundesliga. Nun wartet beim Europa-Debüt einer der ruhmreichsten Vereine der Welt. Eric Dobias

Jürgen Klopp kommt mit dem FC Liverpool - doch den Roten Teppich will die TSG 1899 Hoffenheim dem Stargast bei ihrer Premiere auf Europas Fußball-Bühne nicht ausrollen. "Die Jungs haben letzte Saison hart dafür gearbeitet, so weit zu kommen, jetzt wollen wir in der Champions League spielen", verkündete Bayern-Leihgabe Serge Gnabry vor dem Playoff-Hinspiel um den Einzug in die lukrative Gruppenphase an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky live).

Ein Weiterkommen würde zwölf Millionen Euro in die Kasse des Dorfvereins spülen. Doch mehr als das Geld reizt die Faszination, in der Königsklasse die Kräfte mit europäischen Topclubs messen zu können. "Das ist ein überragendes Ereignis. Wir wollen weiter wachsen und dabei helfen uns solche Aufeinandertreffen", erläuterte Geschäftsführer Hansi Flick.

In der Rhein-Neckar-Region dreht sich alles um das Spiel des Jahres. "Wir können unbeschwert und mit Freude an die außergewöhnliche Aufgabe herangehen. Wir können nur gewinnen", erklärte Vereinsmäzen Dietmar Hopp vor dem Duell mit dem 18-maligen englischen Meister um den Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino, die deutschen Profis Emre Can und Loris Karius sowie Kulttrainer Klopp.

Für den schwärmt sogar TSG-Coach Julian Nagelsmann. "Ich schätze ihn sehr, weil er ein ganz normaler Typ ist, ein sehr erfolgreicher Trainer, aber null abgehoben", sagte Nagelsmann. "Mit gefällt, dass er seiner Linie treu bleibt. Er lässt einen ähnlichen Fußball wie in Dortmund spielen und sich von seinem Weg nicht abbringen." Das gilt in gleichem Maße aber auch für den jüngsten Trainer der Fußball-Bundesliga. Seit der Auslosung feilt Nagelsmann an einem Plan, wie er dem Topclub von der Insel ein Bein stellen kann. In Ehrfurcht erstarren wird die TSG trotz der rumpeligen Generalprobe beim 1:0 im DFB-Pokal beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt keinesfalls. "Wir erwarten ein tolles Erlebnis und ein gutes Spiel von uns. Dann ist es auch nicht so einfach, gegen uns zu gewinnen."

Zumal Liverpool zum Ligastart nicht gerade glänzte. Beim 3:3 in Watford offenbarten die Reds einige Schwächen. Zudem fehlt mit Philippe Coutinho, der vor einem Wechsel zum FC Barcelona steht, der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des achtmaligen Europapokalsiegers. Das beflügelt die Hoffnungen der Hoffenheimer, den bislang größten Festtag in der Vereinshistorie mit einem Sieg zu krönen und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 23. August an der legendären Anfield Road zu verschaffen. "Wir sind wie immer maximal ehrgeizig", betonte TSG-Profichef Alexander Rosen. "Wir treten schon an, um in die Gruppenphase zu kommen."