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| 06:54 Uhr

Radsport
Cottbuserin Hinze jubelt über Bronze: „Freue mich riesig“

Emma Hinze (l.) belegte gemeinsam mit Miriam Welte Platz drei.
Emma Hinze (l.) belegte gemeinsam mit Miriam Welte Platz drei. FOTO: dpa / John Walton
Glasgow. Emma Hinze aus Cottbus holt Bronze im Teamsprint bei der Bahnrad-EM in Glasgow. Einen Patzer danach kann sie deshalb locker verschmerzen. Außerdem bekommt sie noch eine weitere Chance. Von Thomas Juschus

Im Teamsprint der Frauen richteten sich die Blicke vor allem auf Miriam Welte. Erstmals seit der WM 2009 fehlte nach ihrem schweren Unfall Weltes Standardpartnerin Kristina Vogel. Trotzdem reichte es mit Emma Hinze am Hinterrad zu Bronze im Teamsprint – die Cottbuserin bestätigte mit einem guten Aufritt im Sir-Chris-Hoy-Velodrom den Aufwärtstrend der vergangenen Monate.

Daran konnte auch der letztlich verpatzte Auftritt im Sprint-Turnier nicht wirklich etwas ändern. Nach Bestzeit (10,887) in der 200-Meter-Zeitfahr-Qualifikation erreichte Hinze direkt das Achtelfinale, ließ sich hier nach einem Stehversuch vom frühen Angriff der Polin Julita Jagodzinska überraschen und schied frühzeitig aus. „Der Fehler passiert ihr nie wieder. Schade. Grundsätzlich aber kann man nur positiv über Emma sprechen“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

„Ich bin hier im Teamsprint das erste Mal unter 33 Sekunden gefahren, dazu die Bronzemedaille – ich freue mich riesig und bin sehr zufrieden“, sagte die viermalige Junioren-Weltmeisterin. Nachdem die Cottbuserin 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio als Ersatzfrau zum Aufgebot gehörte, war danach der Motor etwas ins Stottern geraten. Pauline Grabosch aus Erfurt, Hinzes Teamsprint-Partnerin aus erfolgreichen Junioren-Zeiten, schaffte besser den Sprung in den Elite-Bereich und lief ihr den Rang ab.

In Glasgow zeigte die 20-jährige Hinze, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Schon beim Weltcup Anfang des Jahres und bei den deutschen Meisterschaften im Juli in Dudenhofen mit dem Keirin-Titel setzte Hinze den Aufwärtstrend fort. Zudem sind die lang anhaltenden Rückenprobleme behoben. „Ich habe das Training verändert und hatte Zeit, um in Ruhe aufzubauen“, erklärt sie. Ein weiterer Erfolgsfaktor: Hinze ist zu ihrem ehemaligen Junioren-Trainer Alexander Harisanow zurückgekehrt.

In Glasgow bewies Hinze zudem auch mentale Stärke. „Eigentlich sollte ich hier nicht fahren und wurde ein bisschen reingeschoben - es kam alles schon sehr schnell und plötzlich“, sagte Hinze, die aber sicher von der Besonnenheit und Erfahrung Weltes profitieren konnte – mit der sie auch das Zimmer teilt. „Natürlich habe ich den Druck gespürt. Ich habe mich aber vor allem gefreut und mirs keinen Druck gemacht – man muss einfach bei sich bleiben“, erklärte die EM-Dritte ihr Erfolgsrezept, die am Dienstag noch im Keirin startet.

Emma Hinze (r.) zeigte in Glasgow, dass mit ihr wieder zu rechnen ist.
Emma Hinze (r.) zeigte in Glasgow, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. FOTO: dpa / John Walton