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Heßlich und Schäfer sorgen mit Windschatten-Verein für Wirbel

Im Windschatten: Nico Heßlich (l.) und Stefan Schäfer.
Im Windschatten: Nico Heßlich (l.) und Stefan Schäfer. FOTO: Noack
Cottbus. Das neue Projekt der Profi-Radsportler bietet Tourenfahrten in der Lausitz an. Die Reaktion ihrer Heimatvereine RSC und Endspurt Cottbus fällt gemischt aus. Frank Noack

Mit ihrem neu gegründeten Verein Windschatten Lausitz wollen die beiden Profiradsportler Nico Heßlich (26) und Stefan Schäfer (31) aus Cottbus die Zweirad-Szene in der Lausitz weiter beleben. Beide haben das Projekt, das sich an ambitionierte Hobbyradler richtet, am Dienstag auf der Radrennbahn in Cottbus vorgestellt. Die RUNDSCAHU beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer steckt hinter dem neuen Verein Windschatten Lausitz?
Nico Heßlich und Stefan Schäfer als erfahrene Profiradsportler sind die Gesichter des Vereins. Schäfer ist amtierender Europameister der Steher und vierfacher deutscher Meister, Heßlich zweifacher deutscher Meister im Punktefahren. "Wir sind in den vergangenen Jahren immer für überregionale Profiteams gefahren. Die regionale Verbundenheit kam dabei zu kurz", begründet Schäfer die Neugründung von Windschatten Lausitz. Der Name sei Programm, ergänzt Heßlich: "Wer schon einmal auf dem Rad gesessen hat, weiß, wie wichtig Windschatten ist."

Was ist das Ziel des Vereins?
Das neue Angebot richtet sich an Freizeitsportler und ambitionierte Hobbyradler, die Radtouren mit den beiden Profis buchen können. Die erste Tour findet am 29. Juli statt und führt an den Ostsee. "Wir wollen Brücken bauen und eine Rad-Community schaffen, unabhängig von der Vereinszu ge hörigkeit", sagt Heßlich. Beide sehen sich dabei als eine Art Guide. Immerhin kennen sie sich auf den Straßen in der Region bestens aus. Bis zu 20 000 Trainingskilometer spulen sie pro Jahr hier herunter.

Wie finanziert sich der Verein?
Wichtigste Geldgeber des neuen Projektes sind die VR Bank Lausitz und die Volksbank Spree-Neiße. Für das Material ist das Fahrradcenter von Lutz Heßlich zuständig. Klar ist, dass die beiden Profiradsportler mit ihrem neuen Projekt natürlich auch Geld verdienen wollen. Die Touren werden kostenpflichtig sein. Nach Angaben der VR Bank Lausitz ist das Angebot für deren Mitglieder kostenfrei.

Wird es es eine Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen geben?
Heßlich und Schäfer sehen Windschatten Lausitz e.V. nicht als zusätz lichen Sportverein, sondern stellen das touristische Angebot in den Vordergrund. Zudem wollen beide auch ihren Heimatvereinen treu bleiben und über sie weiterhin die Rennlizenz erwerben. Heßlich ist Mitglied im RSC Cottbus, Schäfer bei Endspurt Cottbus. "Wir wollen niemand abwerben, sondern die interessierten Fahrer an die Vereine vermitteln. Dort gibt es kompetente Trainer", versichert Heßlich. Beide warben bei der Präsentation auf der Radrennbahn ausdrücklich für ein neues Miteinander zwischen den Vereinen. "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen", betont Schäfer mit Blick auf das angespannte Verhältnis zwischen RSC und Endspurt.

Was sagen die anderen Vereine?
Die Reaktionen fallen gemischt aus. Es sei zwar natürlich gut, wenn sich jemand für den Radsport und die Region engagiert, sagt Axel Viertler als Geschäftsführer des RSC Cottbus. Viertler gibt aber auch zu bedenken: "Der Sponsorenkuchen wird nicht größer. Außerdem gibt es bei uns mit dem Veloteam und bei Endspurt mit den Jedermännern schon ein entsprechendes Angebot. Trotzdem freuen wir uns natürlich, wenn es uns neue Mitglieder bringt. Dann profitieren alle." Kritischer sieht es Endspurt-Geschäftsführer Eberhard Pöschke: "Ich weiß nicht, was das soll! Ein Verein im Verein?" Laut Pöschke wird die VR Bank ihr Engagement bei Endspurt Ende des Jahres einstellen.