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Herzschlag-Finale um Klassenerhalt

Bobby Wood (l.) und der Hamburger SV treffen im direkten Duell auf Wolfsburg. Auch Augsburg zittert vor der Relegation.
Bobby Wood (l.) und der Hamburger SV treffen im direkten Duell auf Wolfsburg. Auch Augsburg zittert vor der Relegation. FOTO: dpa
Hamburg. Showdown am Samstag: Im Abstiegsfinale wird aus dem Trio Hamburger SV, Wolfsburg und Augsburg der Verein gesucht, der in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten muss. Thomas Prüfer, Lars Reinefeld und Manuel Schwarz

Die Arena ist ausverkauft, der Schwarzmarkt blüht, und in Glücksbringer Uwe Seeler kehrt der HSV-Erfolgsgarant auf die Tribüne zurück: Alle wollen dabei sein, wenn am Samstag (15.30 Uhr) der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg im "Finale gegen die Relegation" aufeinandertreffen. "Ja, ich will mir das antun. Ich hoffe auf ein Wunder, aber es wird ein schweres Spiel", sagte Fußball-Idol Seeler am Freitag.

Bei einem knappen HSV-Sieg könnte auch der FC Augsburg der Dumme sein, sofern die Gäste bei 1899 Hoffenheim deutlicher verlieren als der VfL in Hamburg. Dann müsste der FCA am 25. und 29. Mai gegen den Zweitliga-Dritten zum Kampf um den Klassenverbleib antreten.

Vor dem Herzschlag-Saison finale schworen sich die Fuggerstädter auf ein letztes Aufbäumen ein und machten klar, dass es im Fernduell um den Klassenverbleib nur auf die eigene Leistung ankommt. Bange Blicke zur Anzeigetafel oder ein Hoffen auf das ideale Ergebnis im Nord-Duell sind tabu. "Ich weiß, dass man sich auf niemanden verlassen kann", sagte Routinier Halil Altintop.

Zentrale Bedeutung hat ohnehin die Partie im mit 57 000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion. Und da ist "Uns Uwe", der wegen einer Rücken- und einer Herz-Operation die jüngst erfolglosen Heimspiele gegen Darmstadt (1:2) und Mainz (0:0) verpasste, wieder dabei. "Ich kann ja nur die Daumen drücken", meinte der 80-Jährige, der seinem Lieblingsclub in den von ihm besuchten Heimspielen davor meist Glück gebracht hat.

Die Statistik spricht allerdings für die "Wölfe": Der VfL ist seit 2007 in neun Auswärtsspielen an der Elbe ungeschlagen. Trainer Andries Jonker setzt darauf, dass seine Spieler auch in Bedrängnis kühlen Kopf bewahren. "Der Kopf ist immer wichtiger. Es kommt immer vom Kopf, nie vom Fuß", sagte der Niederländer. Den Absturz seit der Amtsübernahme von Valérien Ismaël Ende Februar hat auch Jonker nicht stoppen können.

In dem Hexenkessel muss noch einer cool bleiben: Manuel Gräfe. "Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht infrage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte der frühere Fifa-Referee Markus Merk der "Hamburger Morgenpost". Und meinte Gräfe. Der Berliner hatte 2014/15 im zweiten Relegationsspiel des HSV beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für den HSV gegeben, den Marcelo Diaz zum 1:1 nutzte. Die Hamburger blieben erstklassig, Gräfe verfolgt der Pfiff seither und setzt ihn jetzt erneut unter Druck.